Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Journal
- Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Volume
- 5678 = 1917/18 (1917-1917)
- Issue
- 5678 = 1917/18 (1917)
- Date
- 1917-01-01
- Page
- Seite 107 (sequence 108)
- Language
- German
- Belongs to
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107 185,000 Mann. Als man am Morgen früh aufstand, da waren sie alle tote Leichname. Da brach Saneherib, der König von Assyrien auf, zog ab und blieb in Ninive.“ (Könige II, 19, 35—81 und Parallelstellen Jesaia 37, 36—37 und Chron. II, 32, 21.) Aber trotz dieser wunderbaren Hilfe hat ühiskia, der im übrigen in den Wegen Gottes wandelte und sicherlich einer der sympathischsten jüdischen Könige war, wenige Zeit später die babylonischen Gesandten, die offiziös auf der Bündnissuche waren, und offiziell den König zu seiner Genesung von schwerer Krankheit beglückwünschten, in mehr als zuvorkommender Weise empfangen: „Chiskia freute sich ihrer und zeigte ihnen sein ganzes Schatzhaus, das Silber und das Gold und die Spezereien und das gute Oel und sein ganzes Zeughaus und alles, was sich unter seinen Schätzen vorfand, es war nichts, was Chiskia ihnen nicht zeigte, in seinem Hause und in seiner ganzen Herrschaft.“ (Jesaia 39, 2 und Könige II 21, 13) Offenbar zeigte Chiskia, wieviel Hilfe er im Kriegsfall würde leisten können. Darauf erscheint Jesaia und prophezeite dem König: „Siehe Tage werden kommen, und man wird wegführen alles, was in Deinem Hause ist und was Deine Yäter gesammelt bis auf diesen Tag, nach Babel, nichts wird übrig bleiben.“ (Jesaia 39, 6 und Könige II, 21, 11.) Dass Chiskias Sohn und Nachfolger Manasse, der den scheusslichsten Götzendienst im Tempel einrichtete, „unschuldiges Blut in Menge vergoss“ und nach talmudischer Ueberlieferung (Jebamoth 48 b und Sanhedr. 103 b) den Propheten Jesaia in raffinierter Weise hinrichtete, nicht derjenige war, der sich in seiner auswärtigen Politik von prophetischer Weisheit führen liess, bedarf nicht der Er-