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Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz · 1917-01-01 · 5678 = 1917/18 (1917) · p. Seite 92

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Journal
Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
Volume
5678 = 1917/18 (1917-1917)
Issue
5678 = 1917/18 (1917)
Date
1917-01-01
Page
Seite 92 (sequence 93)
Language
German
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92 Uebergänge ineinander über. Ein grosser Teil unter unsern Zeitgenossen schwankt hin und her, und ist nicht immer ausgesprochen der einen oder andern Partei zuzuteilen; aber jeder von uns wird, wenn er die Gesinnung, die er als Jude im Leben betätigt, einer Prüfung unterzieht, leicht erkennen, welcher Richtung er am nächsten steht. Alle drei Parteien haben sich ihre Organisationen und Vereinigungen geschaffen. Nach dem Lager der Assimilanten tendieren z. B. die „Alliance Israelite Universelle“ in Frankreich, der „Zentralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens“ und der Verband der „Deutschen Juden“ im allgemeinen. Die nationalen Juden haben sich im Zionismus ihre mächtige, imponierende und einflussreiche Organisation geschaffen. Seit einigen Jahren ist auch die gesetzestreue Judenheit an der Arbeit, sich organisatorisch aufzubauen. Die vielversprechende „Agudas Isroel“ wurde von ihnen ins Leben gerufen und war bei Kriegsausbruch über das Gründungsstadium bereits kraftvoll hinausgewachsen. Sie hatte die an Krisen überaus reiche Zeit der ersten Entwicklung, in der sich innere Unebenheiten ausgeglichen haben, siegreich überwunden. Wir haben uns darüber klar zu werden gesucht, dass die heutige Dreigliederung mit jener Notwendigkeit eingetreten ist, wie sie geschichtlichen Erscheinungen eigen ist. Nun müssen wir uns die Frage vorlegen, wie diese drei Gruppen sich in ihrem Verhältnis zum Judentum darstellen. Sollte die Scheidewand, die das Mittelalter hindurch die Judenheit von der Welt der Kultur und Zivilisation trennte, niedergerissen werden, und sollten auch keine geistigen Ghettomauern Zurückbleiben, so lehrt das Reformjudentum — und diesem Gedankengange schliessen sich die heutigen liberalen Juden an — so muss aus Rücksicht

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