Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Journal
- Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Volume
- 5678 = 1917/18 (1917-1917)
- Issue
- 5678 = 1917/18 (1917)
- Date
- 1917-01-01
- Page
- Seite 85 (sequence 86)
- Language
- German
- Belongs to
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85 gehörigen für das Land zu erhalten, da sie getrennt von ihm ihre Existenz als Volk einbüssen würden, so muss es unsere Aufgabe und Sorge sein, für das Judentum zu kämpfen, uns und unsere Kinder als Juden für das Judentum, das selbst unvergänglich und aus den schwierigsten und gefährlichsten Krisen siegreich hervorgegangen ist, zu erhalten. Für die Thora brauchen wir nicht zu zittern, sie ist ewig und unvergänglich. Nur für uns und unsere Nachkommen müssen wir ängstlich besorgt sein, dass die Gotteslehre uns nicht verloren gehe, sondern ungeschmälert uns erhalten bleibe. Winden wir dem Helden, der tapfer für sein Vaterland eintritt, den Lorbeer um das Haupt, weil er ein treuer Sohn seines Volkes ist, so gebührt dem Juden ehrende Anerkennung, der für das geistige Gut des jüdischen Volkes lebt und mit seinem ganzen Können dafür einsteht. Die Judenheit ist somit Träger und Schützer eines geistigen unvergänglichen Vaterlandes, des Judentums. Ihr Beruf und ihre weltkulturelle Bedeutung zugleich ist* es, den Völkern des Erdenrundes zu zeigen: so leben Menschen, denen der gttl. Wille höchstes Gesetz, denen sein Gebot Richtschnur des Lebens ist. Haben wir nunmehr das Verhältnis der Judenheit zum Judentum als den Masstab für ihre Beurteilung gewonnen, und legen ihn an unsere Generation an, so erkennen wir in der jüdischen Gesamtheit unserer Tage eine dreifache Gliederung. Wir haben erstens die liberalen oder assimilatorisch Gesinnten, zweitens die national jüdisch Denkenden und drittens die gesetzestreue Judenheit, und diese drei Gruppen scheiden sich von einander in ihren Auffassungen und infolgedessen auch in ihren Bestrebungen für das