Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Journal
- Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Volume
- 5678 = 1917/18 (1917-1917)
- Issue
- 5678 = 1917/18 (1917)
- Date
- 1917-01-01
- Page
- Seite 78 (sequence 79)
- Language
- German
- Belongs to
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78 Wollens als Moral. Er löst diese Aufgabe, indem er sie beide schafft. Es wäre verlockend und gewiss nicht überflüssig, hier all die Stellen herzusetzen, welche diese Anschauung als die jüdische dokumentieren. "D'HUl “)SD„ das V. B. M. das ergreifende Vermächtnis unseres grossen Lehres ist von ihr voll. Zur flüchtigen Orientierung, zu welcher Raummangel zwingt, sei bloss auf die fundamentalen Sätze, die in der Schöpfungsgeschichte des Menschen seine Bestimmung zeichnen, hingewiesen. Im I. B. M., Kapitel 2, V. 19/20 wird der Mensch als ein Erkennender und damit ihm für alle Zeiten die Aufgabe gezeichnet zu erkennen gegeben. „Und er brachte sie dem Menschen.und wie der Mensch jedes Lebewesen nennen würde, so soll sein Name sein.“ Das sind eben jene Namen der Dinge, aus denen man das Wesen der Dinge lesen kann. Im I. B. M., Kapitel 8, V. 21 ist es wieder die Moral, die dem Menschen zur Lebensaufgabe gemacht wird : „Niemals will ich den Erdboden verfluchen um des Menschen willen; denn das Dichten des menschlichen Herzens ist böse von Jugend auf . . . ich will niemals mehr alles Leben töten.“ Der Mensch soll leben; «Denn das Dichten des menschlichen Herzens ist böse von Jugend auf». Diese Lebensbedingung, welche das „denn“ ausdrückt, rechtfertigt die Lebensaufgabe — die Moral — die am Leben sich betätigt und im Leben sich bewährt. Aber diese aus dem reinen Intellekt, aus STlötW» aus fliessende Moral darf nicht mit jenen Einrichtungen verwechselt werden, die die Menschen zur angenehmen Lebensgestaltung, zum bequemem Verkehr unter einander in Parlamenten und Volksabstimmungen je weilen machen. Nicht Nützlichkeit und nicht Neigung ist ihre Ouelle. Nicht Utilitarismus,/nicht Eudämonismus. Sie ist rein, frei von allem empirischen Bei-