Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Journal
- Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Volume
- 5678 = 1917/18 (1917-1917)
- Issue
- 5678 = 1917/18 (1917)
- Date
- 1917-01-01
- Page
- Seite 72 (sequence 73)
- Language
- German
- Belongs to
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72 nicht gestorben. Bei jeder Tagung der Schass Chewro werden sie um ihre Meinung befragt. Es geschah auch im verflossenen Jahre in Zürich und in •Basel, und es wird immer geschehen, wenn Israel seiner Aufgabe nicht vergisst. In Zürich stand das leider nur zu aktuelle Thema zur Diskussion:״ .מסיח לפי תומו לעדות נשיםUnter weichen Umständen kann eine Zeugenschaft als unabsichtlich angesprochen werden, wenn es sich darum handelt, einer Frau, deren Mann als gestorben erklärt wird, die Wieder- Verheiratung zu gestatten?“ In Basel wurde diskutiert über: תתאי גבר« Beide Versammlungen, die in Zürich und Basel, waren sehr zahlreich besucht, und die Teilnehmer bewiesen durch vielfache Interpellationen, dass sie sich überaus gründlich vorbereitet hatten. Und dies ist ja der Segen solcher Zusammenkünfte. Der Gedanke, der in stillem Studium sich bildet, wird bereichert und geklärt durch allseitige, tiefeindringende Diskussion. תלמוד תורה כנגד כלם. Es zeitigt seine Früchte, wenn einer im stillen Kämmerlein liebend in die Thora sich vertieft. Der Gewinn erhöht sich, wie wir ausgeführt haben, in gesellschaftlichem Kreise. Das höchste aber dünkt uns, wenn in einer eigens dazu bestimmten Schule — einer wirklichen Jeschiwoh — das Thoralernen gefördert wird. Ueber deren Organisation und Führung wird noch ausführlicher zu reden sein. Heute soll nur so viel bemerkt werden: Die Leitung muss Männern anvertraut werden, die, im Besitze geläuterten talmudischen Wissens und tiefer Gottesfurcht, auch den allgemein-wissenschaftlichen Bestrebungen der Zeit nicht völlig fremd gegenüberstehen. Werden doch die wissenschaftlichen Hypothesen heute mit einer Kühnheit verfochten, dass sie von einem ungeschulten jugendlichen Geiste als wahr und selbstverständlich hingenommen werden. Da gilt es, zu zeigen, wie eine Weisheit ohne Gotteserkenntnis dem Baume gleicht,