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Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz · 1917-01-01 · 5678 = 1917/18 (1917) · p. Seite 71

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Journal
Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
Volume
5678 = 1917/18 (1917-1917)
Issue
5678 = 1917/18 (1917)
Date
1917-01-01
Page
Seite 71 (sequence 72)
Language
German
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71 spräche über Krieg und Gewalt verstummen, und eine Gemeinde in liebender Verhandlung über Gottes Wort spricht? Auch da tritt Leidenschaft und zuweilen Ungestüm zu Tage, aber sie sind geläutert im Feuer himmlicher Liebe und Begeisterung. Ist nun das Thoralernen an sich die heiligste unserer Lebenspflichten, so wächst der Gewinn ins Ungemessene, wenn ihre Ausübung ברבים in breiter Oeffentlichkeit, unter allseitiger Teilnahme geschieht. ברב עם הדרת מלןל Einer solchen Huldigung sollte sich keiner entziehen, zumal in der düsteren Gegenwart. Dies gilt auch für die* jenigen, die nur ein bescheidenes Mass von Kenntnissen aufzuweisen haben. Es ist, wie unsere Weisen treffend sagen, wie bei einem, der in einer duftenden Gewürz- oder Blumenatmosphäre sich ergeht; wenn er gar nichts mit nach Hause nimmt, der Duft steigt doch berauschend in seine Seele, und begleitet ihn ins Alltagsleben. Der ריה של תורה hat etwas von dieser beseligenden Dauerkraft, möge sich ihm niemand entziehen! Wir sprachen von der düsteren Gegenwart. Unser Volk hat solche schwere Wolken mehr als einmal über seinem Haupte sich entladen sehen. Aber es ist eine gerade die jüdische Wesensart kennzeichnende Eigentümlichkeit: Selbst in Zeiten furchtbarster Bedrängnis, dichtester Finsternis zvächst die Spannkraft jüdischen Geistes. So war es im Altertum, als die Makkabäer die Golus-Nacht erhellten, so war es im Mittelalter, als die Kreuzzüge Wahnsinn und tierische Leidenschaft durch die engen Judengässchen trugen. Das Leben all unserer Grossen ist Leid und Matyrium, nichts aber vermochte ihre majestätische Seele in Fesseln zu schlagen. Wenn du es nicht glaubst, lieber Leser, so gehe Jahrtausende zurück und frage Rabbi Akiba an, frage einen Rambam, einen Maram Rothenburg und alle andern Fürsten unseres Volkes. Und du kannst sie heute noch fragen. Denn sie sind

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