Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Journal
- Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Volume
- 5677 = 1916/17 (1916-1916)
- Issue
- 5677 = 1916/17 (1916)
- Date
- 1916-01-01
- Page
- Seite 173 (sequence 174)
- Language
- German
- Belongs to
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173 kersknechte herbeirief. Der Henkersknecht hob das Schwert auf und brach es in Stücke. Ein vierter Herold kam mit einem Stabe, stellte sich vor Jakob hin und rief, indem er den Stab zerbrach: „Das Urteil ist gesprochen, Der Stab, der ist gebrochen, Mensch, du musst sterben!“ Dann wurde Jakob bedeutet, das Blutgerüst zu besteigen. Auf dem Schaffott nahte sich ihm ein Priester mit einem Kreuze, um noch einmal mit ihm zu beten. Jakob aber stiess den Priester mit Heftigkeit zurück und rief : „Ich bin ein Jude und will als solcher sterben!“ Dann legte er seine Hand auf die Augen und rief mit lauter Stimme und mit freudiger Begeisterung: „Schema Jisrael, Haschern Elohenu, Haschern Echad:“ „Höre Israel, der Ewige unser Gott, der Ewige ist einzig!“ Lang dehnte er das „Echad“, Totenstille herrschte unterdes ringsum; endlich zog Jakob die Hand von den Augen.... aber, wohin waren Henker und Blutgerüst, Kaiser und Papst, Herzoge und Ritter, Herolde und Diener gekommen? Sie waren verschwunden! Aber vor Jakob stand der alte Rabbi von Worms, ihn mit mildem Lächeln betrachtend. „Rabbi, Rabbi, wo bin ich?“ rief Jakob erstaunt. „Schaue dich um, mein Sohn,“ sprach dieser sanft, „du bist in meinem Studierzimmer!“ „Und wie bin ich hierher gekommen?“ „Du hast mein Gemach seit gestern abend nicht verlassen!“ „Seit gestern abend?“ „Ja, da du zu mir kämest, mich zu bitten, dass ich dich in die Kabbala einweihe!“