Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Journal
- Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Volume
- 5677 = 1916/17 (1916-1916)
- Issue
- 5677 = 1916/17 (1916)
- Date
- 1916-01-01
- Page
- Seite 172 (sequence 173)
- Language
- German
- Belongs to
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172 noch ein mächtiger Herzog und der Bräutigam der Kaisertochter gewesen. Schon war das Blutgerüst errichtet. Tribünen waren erbaut für den Kaiser und seinen Hof, für den Papst und sein Gefolge. Beim Anbruche des Tages schickte der Kaiser noch einmal zu Jakob und Hess ihm seine Befreiung und Wiederherstellung unter der Bedingung anbieten, dass er im Christentume verharre. Jakob hatte wiederum standhaft jedes derartige Anerbieten abgelehnt. Da kamen die Diener des Kaisers und nahmen dem Gefangenen die Ketten ab. Sie bekleideten ihn mit den herzoglichen Gewändern, hängten einen Hermelinmantel um seine Schultern und setzten die Herzogskrone auf sein Haupt. Dann führten sie ihn aus dem Gefängnisse auf den Piazza del popolo, wo der Kaiser mit seinem Hofe und der Papst mit seinem Gefolge bereits anwesend waren. Auf dem Blutgerüste stand der Henker mit entblösstem Schwerte. Dann trat ein Herold vor und verlas das Urteil, dass Jakob von Ensisheirn, bisher bekannt unter dem Namen Bilhard, Herzog von Schwaben, verurteilt sei, all seiner Würden und Güter verlustig, und mit dem Schwerte vom Leben zum Tode gebracht zu werden. Ein anderer Herold trat heran, nahm dem Verurteilten Herzogsmantel und Krone ab und legte sie dem Kaiser zu Füssen. Dieser hob sie auf, winkte den Grafen von Staufen herbei und belehnte ihn auf der Stelle mit dem erledigten Herzogtume Schwaben. Nun forderte ein dritter Herold des ehemaligen Herzog Bilhard Schwert, nahm es in Empfang und brachte es dem Kaiser. Dieser übergab es dem Hofmarschall, der es zu Boden warf und einen der Hen-