Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Journal
- Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Volume
- 5677 = 1916/17 (1916-1916)
- Issue
- 5677 = 1916/17 (1916)
- Date
- 1916-01-01
- Page
- Seite 168 (sequence 169)
- Language
- German
- Belongs to
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168 VII. Jakob schäumte vor Wut. Das also war der Dank des Kaisers, den er aus tiefster Not befreit hatte; das also war die Liebe der Prinzessin! — Er Hess sich ruhig fesseln. „Geduld,“ dachte er; „trage ich doch mein Buch auf meinem Herzen! Ich rufe die Dämonen; die lösen meine Bande und führen mich aus dem Gefängnisse. Dann aber nehme ich blutige Rache!“ Er konnte die Zeit nicht erwarten, bis er allein war; dann zog er mit den gefesselten Händen sein geliebtes Buch hervor. Er betrachtete es zärtlich und machte die gewohnten Zeichen. Da ertönte ein heftiger Donnerschlag; die Mauern des Verliesses öffneten sich, und die gerufenen Dämonen erschienen. „Was willst du?“ fragte einer von ihnen. „Löset meine Fesseln und führet mich aus diesem Kerker!“ „Elender,“ entgegnete da der Dämon, „deine Herrschaft über uns hat aufgehört. Abtrünniger, Verräter, verblendeter Tor, du hattest nur so lange Macht über uns, so lange du im Glauben Israels verharrtest. Von dem Augenblicke an, da du dich lossagtest vom Gotte Israels, verlörest du die Kraft. Das Ebenbild Gottes ist von dir gewichen; du bist nur noch der Schatten deiner selbst!“ Mit Schrecken hörte Jakob diese fürchterlichen Worte. Er hob die mit Ketten belasteten Hände empor und bat flehentlich die Dämonen, sich seiner zu erbarmen und ihn vom schmählichen Tode zu retten. „Du flehest umsonst“, erwiderte der Dämon, der vorhin gesprochen hatte. „Wir könnten schon jetzt dich töten, denn du hast den Tod verdient!“ „So tötet mich hier, so tötet mich gleich!“