Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Journal
- Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Volume
- 5677 = 1916/17 (1916-1916)
- Issue
- 5677 = 1916/17 (1916)
- Date
- 1916-01-01
- Page
- Seite 167 (sequence 168)
- Language
- German
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167 meinen Handschuh aufzunehmen und mit mir zu kämpfen auf Leben und Tod?“ Eine tiefe Stille folgte. Da sprach der Bischof von Ancona, Bilhards Handschuh mit dem Fusse fortschleudernd: „Kein Edler wird mit einem niedriggeborenen Juden, mit einem Zauberer kämpfen! Durch andere Mittel müsstet Ihre Eure Unschuld erweisen; aber das ist nicht möglich: Eure Schuld ist erwiesen durch diese Fürsten und Herren!“ „Mein Herr und Kaiser,“ wandte er sich dann an diesen, „lasst diesen Betrüger in Ketten legen und ins Gefängnis werfen; er hat den Tod verdient — er muss sterben!“ Und alle anwesenden Ritter und Grafen und Fürsten und Bischöfe riefen wie aus einem Munde: „Er hat den Tod verdient, er muss sterben!“ Unschlüssig blickte der Kaiser seine Tochter an; diese aber sprach: „Wenn Herzog Bilhard wirklich ein Betrüger, ein Zauberer und ein Jude ist, so muss er schon deshalb sterben, weil er es gewagt hat, seine Hand auszustrecken nach des Kaisers Tochter!“ Da sprach der Kaiser: „Ob er ein Zauberer ist, weiss ich nicht; aber ein Jude war er; erst diese Nacht hat er die Taufe empfangen!“ „So soll er sterben!“ rief entrüstet die Prinzessin. Da winkte der Kaiser, und Bewaffnete wurden hereingeführt. Sie fesselten den gewesenen Herzog von Schwaben und warfen ihn in ein unterirdisches Verliess. Am andern Tage sollte er seiner Würden und Aemter entkleidet und auf dem Piazza del popolo vor allem Volke enthauptet werden.