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Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz · 1916-01-01 · 5677 = 1916/17 (1916) · p. Seite 165

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Journal
Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
Volume
5677 = 1916/17 (1916-1916)
Issue
5677 = 1916/17 (1916)
Date
1916-01-01
Page
Seite 165 (sequence 166)
Language
German
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165 zwei treue Diener der Ankunft des Kaisers und seines Schwiegersohnes. In der Mitternachtsstunde traten beide mitsammen ein. Der Priester vollzog die Taufe, und der Kaiser umarmte den Herzog, dem er nun erst wieder gewogen war, seitdem er am Abend zuvor die Entdeckung von seiner jüdischen Abstammung gemacht hatte. So geheim nun auch alles veranstaltet worden, so war doch manches davon ins Publikum gedrungen. Noch andere ausser dem Kaiser hatten an jenem Abende den Ruf Josephs gehört; die zwei Ritter, die ihn verhafteten, hatten ihre Vermutungen gehabt und dieselben ausgesprochen. Was den damals in den Wissenschaften gänzlich unbewanderten Deutschen nicht eingefallen war, nach dem Königreiche Tombutku und nach dem Könige Kaschmeta zu forschen, das war in Rom geschehen. Man kam allmählich der Wahrheit ziemlich nahe. Man behauptete, es gebe keinen König Kaschmeta und kein Königreich Tombutku; Herzog Bilhard sei ein geborner Jude und heisse Jakob, er sei ein Schwarzkünstler und stehe mit dem Teufel im Bunde. Aengstlich fragte man sich, was daraus werden solle, wenn dieser Zauberer dermaleinst deutscher Kaiser würde? Zu gleicher Zeit erwachten die alten Zwistigkeiten zwischen Kaiser und Papst. Des Kaisers Feinde mehrten sich wieder, da man Grund hatte zu glauben, seine Siege seien durch Zauberei errungen; diese Vermutung Hess den kaum erstickten Groll aufs neue erwachen. Man schmähte den Kaiser zugleich mit seinem Schwiegersöhne. Gelang es, diesen zu stürzen, so hoffte man mit dem Kaiser bald fertig zu werden. Aber so gross war die Furcht vor Bilhard, dass niemand es wagte, als sein Ankläger aufzutreten. Da erhielten die Feinde des Kaisers und des Herzogs Unterstützung von einer Seite, von der sie es am wenigsten erwartet hatten. Berta, des Kaisers Tochter 12

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