Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Journal
- Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Volume
- 5677 = 1916/17 (1916-1916)
- Issue
- 5677 = 1916/17 (1916)
- Date
- 1916-01-01
- Page
- Seite 157 (sequence 158)
- Language
- German
- Belongs to
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157 IV. Als der Papst die Kunde von den Siegen des Kaisers und seinen beabsichtigten Römerzügen vernahm, erschrak er gar sehr. Er fürchtete, das Schicksal zu haben, mit welchem er den Kaiser bedroht hatte, er fürchtete, entsetzt zu werden. Deshalb bot er alles auf, Italien zu verzweifelter Gegenwehr aufzurufen. Durch seine Vermittlung legten die Longobarden-Fürsten im Norden ihre Zwistigkeiten bei mit den mächtigen Städten Genua, Mailand, Verona, und mit den tapfern Herzogen von Mittelitalien, von Florenz und Parma, von Lucca und Modena. Mit ihnen allen verbanden sich die tapferen Normannen, die in Neapel und auf Sizilien herrschten. Ganz Italien stand in Waffen, um dem römischen Kaiser deutscher Nation sein Recht auf den Garten Europas, das schöne Italien, zu bestreiten. Unterdess zog des Kaisers gewaltiges Heer über die Alpen. Der neue Herzog von Schwaben räumte alle Hindernisse hinweg, half über alle Schwierigkeiten fort. Sonst unwegsame Berge wurden mit Leichtigkeit überschritten, die Rosse bestiegen bequem die ewigen Schneegebirge, auf denen sonst selbst das Saumtier erliegt. Die Dämonen Herzogs Bilhard waren es, welche die Wege gangbar machten und die Rosse vor Strauchei schützten. Unerwartet schnell zog das mächtige Heer in die blühenden Ebenen der Lombardei hinab; die Longobarden wurden geschlagen, Mailand wurde belagert und erobert, das vereinigte Heer der italienischen Herzoge wurde fast vernichtet. Da entfiel den andern der Mut; von allen Seiten kamen Gesandtschaften, dem Kaiser die Schlüssel der Städte und die Huldigungen der Fürsten anzubieten. Auch der Papst sandte seine Legaten, Verzeihung und Gnade erflehend. Grossmütig wurde beides gewährt. Im Triumph zog der Kaiser durch Italien, im Triumph hielt er seinen Einzug in