Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Journal
- Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Volume
- 5677 = 1916/17 (1916-1916)
- Issue
- 5677 = 1916/17 (1916)
- Date
- 1916-01-01
- Page
- Seite 156 (sequence 157)
- Language
- German
- Belongs to
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156 „Wie die rammeln!“ sagte er, und von da an nannte man den Namen des Berges: „Rammeisberg!“ Hei, gab das lustige Arbeit für die kaiserlichen Schmelzer und die kaiserlichen Münzpräger! Und weit und breit erscholl die Kunde von den ungeheuren Schätzen, die dem Kaiser ergiebig gemacht waren, und herbeiströmten die Söldner, und herbeieilten die bisher schwankenden Vasallen, und an der Spitze des raschgesammelten Heeres stellte sich Prinz Bilhard und brach die festen Burgen der Aufrührer und nahm die, widerspenstigen Grafen und Ritter gefangen. Die mussten dann Urfehde schwören und mit ihren Mannen das Heer des Kaisers verstärken. Die mächtigen Herzöge des Reiches aber hatten sich zusammengetan und den Herzog von Schwaben zum Gegenkaiser erkoren. Bald standen sich die feindlichen Heere gegenüber. War das eine mörderische Schlacht! Der Kaiser selbst hatte zwar den Oberbefehl übernommen, aber die Seele des kaiserlichen Heeres war Prinz Bilhard. Seine Dämonen trugen ihn in das dichteste Schlachtgewimmel, wendeten jeden Speer von seinem Leibe, hielten jeden Schwertstreich ab und fingen die Pfeile auf, die nach ihrem Herrn flogen. Von Bilhards Hand fiel der aufrührerische Herzog von Schwaben, der Gegenkaiser. Bald war die Schlacht zugunsten des Kaisers entschieden, das Heer der Empörer war teils vernichtet, teils in die Flucht geschlagen, und die mächtigen Herzoge von Bayern und Böhmen sandten Boten und Hessen um Gnade bitten. Mit der einen Schlacht war ganz Deutschland dem Kaiser erobert; noch auf dem Schlachtfeld belohnte dieser den Prinzen Bilhard mit dem Herzogtume des gefallenen Gegenkaisers. Auf dem Römer in Frankfurt am Main schwuren die reuigen Fürsten Urfehde, und der Kaiser befahl, dass sie sich rüsten sollten zum Römerzuge.