Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Journal
- Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Volume
- 5677 = 1916/17 (1916-1916)
- Issue
- 5677 = 1916/17 (1916)
- Date
- 1916-01-01
- Page
- Seite 158 (sequence 159)
- Language
- German
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158 Rom. Demütig kam ihm der Papst entgegen; der Kaiser aber stieg vom Rosse und küsste ihm den Fuss. Da hob ihn der Papst empor und umarmte ihn unter den Jubelrufen der Priester, der Bürger von Rom und der kaiserlichen Krieger. Wenige Tage nachher fand die feierliche Krönung durch den Papst in der Peterskirche statt; stets war Herzog Bilhard dem Kaiser zur Seite und verrichtete bei der Kaiserkrönung all die hohen Dienstleistungen, die dem Herzoge von Schwaben gebührten. Als der glänzende Zug in die kaiserliche Burg zurückgekehrt war, umarmte der Kaiser den Herzog von Schwaben und verkündete es laut vor allen Grossen des Reichs, dass er diesem all sein Glück verdanke, dass Bilhard der Retter seines Reichs und seiner Ehre sei. „Ich habe Euch nur eine geringe Belohnung zuteil werden lassen,“ sprach der Kaiser zu Bilhard, „indem ich Euch mit dem Herzogtum Schwaben belehnte. Ihr habt ein Recht, mehr zu fordern. Fordert nur, und wenn es in meiner Macht steht, Eure Forderung zu gewähren, so soll es geschehen.“ Mein Herr und Kaiser,“ sprach da der Herzog; „wohl habe ich einen Herzenswunsch, allein ich fürchte, Ihr versagt mir die Gewährung.“ „Ei, sprecht nur, vielleicht trifft Euer Herzenswunsch mit dem meinigen zusammen.“ „So gebt mir Eure Tochter zur Gemahlin!“ „Dachte ich’s doch“, rief der Kaiser erfreut. „Wenn meine Tochter einwilligt, so ist sie die Eure.“ Da verliess Berta hocherrötend ihren Sitz und sprach: „Mein Herz gehört schon lange dem kühnen Helden, dem Retter des Vaterlandes; so nehmt denn auch meine Hand, edler Herzog!“