Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Journal
- Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Volume
- 5677 = 1916/17 (1916-1916)
- Issue
- 5677 = 1916/17 (1916)
- Date
- 1916-01-01
- Page
- Seite 153 (sequence 154)
- Language
- German
- Belongs to
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153 der Papst hatte die Kaiserwahl nicht bestätigt und wollte durch den Bannfluch den kleinen Rest an Macht vernichten, der dem Kaiser noch geblieben war. Nur wenige Getreue hatten sich um ihn geschart; allein auch diese verzweifelten schier. Sie waren um ihn versammelt und baten ihn, vereint mit der Kaiserin, dass er der Krone entsagen und sich mit seinem Herzogtume begnügen sollte. Aber Berta, des Kaisers einziges Kind, trat diesen Zumutungen entschieden entgegen. Sie war noch jung, allein des Vaters Mut und nimmer verzagende Kühnheit wohnten in ihrem Herzen. „Redet nicht also, Mutter,“ sprach sie zu der Kaiserin, „was kann mein Vater noch verlieren, wenn er die Ehre verloren hat? Und Ihr, Graf von Ratzeburg, Ritter von Kalenberg, Bischof von Hildesheim, und Ihr, Bürgermeister von Bardewik — glaubt Ihr euch gerettet, wenn mein Vater entsagt? Nicht doch, seine starke Hand schützt euch vor euren erbitterten Feinden — sowie er sie sinken lässt, so seid Ihr verloren!“ Eine peinliche Stille folgte der geflügelten Rede der kühnen Prinzessin. Sorgenschwer stützte der Kaiser das Haupt mit der Hand. Da er schwieg, wagte niemand zu reden. Da ertönten Fanfaren vor der „Kaiserswörth,“ wie die alte Burg der deutschen Kaiser in Goslar noch heute heisst, und alsbald erschien ein Herold in goldgesticktem Gewände, der die Ankunft des grossmächtigen Prinzen von Tombutku meldete und dessen Bitte, vor dem Kaiser erscheinen zu dürfen, Ausdruck verlieh. Das grösste Erstaunen ergriff alle Anwesenden. Zum Herold aber sprach der Kaiser, dass er den Prinzen erwarte. Und herein trat Jakob, in goldener Rüstung, mit dem Anstande eines gebornen Prinzen. Er verneigte