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Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz · 1916-01-01 · 5677 = 1916/17 (1916) · p. Seite 152

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Journal
Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
Volume
5677 = 1916/17 (1916-1916)
Issue
5677 = 1916/17 (1916)
Date
1916-01-01
Page
Seite 152 (sequence 153)
Language
German
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152 Das war eine harte Zeit, die Probezeit. Fasten und Kasteiungen legten eine schwere Bürde auf. Des Himmels Mächte und der Tiefe Schrecken setzten sich in Bewegung, um Jakobs Standhaftigkeit zu erschüttern; allein er blieb unerschütterlich. Keine noch so furchtbare Erscheinung schreckte ihn, keine noch so reizende Verführung lockte ihn. Die Probezeit ging glücklich vorüber, und die Lehrzeit begann. III. Jakob war ein gelehriger Schüler; bald hatte er die niederen Stufen erstiegen, und immer klarer wurden ihm die geheimen Kräfte, die im Himmel und auf Erden wirken. Er gewann einen Einblick in die Geisterwelt, lernte die Engel und Dämonen kennen. Da machte ihn sein Lehrer endlich mit einem Buche voll geheimer Zeichen bekannt; wer die Zeichen zu deuten und anzuwenden wusste, der gewann die Herrschaft über die Dämonen, und diese mussten ihm dienen wie leibeigene Sklaven. Jakob lernte mit dem grössten Eifer, und nach kurzer Zeit verstand er der Zeichen Sinn und wusste sie zu gebrauchen. Zu gleicher Zeit fasste ihn wieder die alte Begier nach Ehre und Reichtum. Er vergass seines heiligen Schwures und beschloss, die Macht zu benützen, die ihm geworden. Er rief die dienstbaren Geister, und diese mussten ihn weit forttragen, weit weg von dem Hause des Rabbi. Dann mussten sie ihm Pferde und Wagen, Gold und Edelsteine bringen in grosser Menge. In prachtvoller Equipage, in herrlichem Gewände, mit goldener Rüstung angetan, fuhr er darauf nach Goslar, wo damals der deutsche Kaiser Hof hielt. Der Kaiser befand sich gerade in grosser Verlegenheit; alle seine mächtigen Vasallen hatten sich empört und drohten mit der Aufstellung eines Gegenkaisers;

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