Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Journal
- Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Volume
- 5677 = 1916/17 (1916-1916)
- Issue
- 5677 = 1916/17 (1916)
- Date
- 1916-01-01
- Page
- Seite 144 (sequence 145)
- Language
- German
- Belongs to
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144 wir daran, welch immenser Schaden zur Zeit der französischen Revolution durch die Tageszeitungen, durch Broschüren, Flugschriften und Pamphlete angerichtet wurde; bedenken wir, wie sehr die Menge des Volkes das gedruckte Wort achtet, wie es ihm einen weit höheren Wert beilegt, als dem nur geschriebenen, wie noch heute durch Zeitungen und Bücher ein ungeheurer Einfluss auf die Massen ausgeübt wird, wie jeder durch das gedruckte Wort seine subjektive, vielleicht falsche Meinung zur Meinung vieler machen kann. Dann begreifen wir wohl besser, wieso viele Mönche des fünfzehnten und sechszehnten Jahrhunderts sich erkühnten, die Buchdruckerkunst als ein Werk des Teufels zu bezeichnen. Für uns bedarf es natürlich keiner Frage, dass bei jeder Erfindung oder Entdeckung, wenn auch manchmal die Nachteile grösser scheinen, als die Vorteile, die fortschreitende Kultur dennoch bewirkt, dass alle Hemmnisse aus dem Wege geräumt werden und die Nachteile vielleicht sogar zu Vorteilen sich verwandeln. Und wir loben Gott für seine grosse Gnade, dass er den Sterblichen zum Nutzen aller Erdenbewohner eine Kunst gelehrt, wie sie seit Erschaffung der Welt nicht ihresgleichen gehabt hat. Es ist aber sicher, soviel erkennt wohl jeder, dass man eine recht sorgsame Auswahl treffen muss, wenn uns die Bücher nicht zum Fluche werden sollen. „Des Bücherschreibens gibt es kein Ende“ (Koh. 12). Wenn dies schon in alter Zeit seine Gültigkeit hatte, um wie viel mehr gilt es erst von unserer Zeit, dem Zeitalter der Schnelligkeit, wo man mit Schnellpressen arbeitet und Gedanken und Werke einander unaufhörlich drängen. Das Lesen von vielen dieser Bücher ist ganz unfruchtbar, und in vielen ist nur wenig Gutes, dafür aber viel Schlechtes enthalten. Durch das Lesen schlechter