Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Journal
- Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Volume
- 5677 = 1916/17 (1916-1916)
- Issue
- 5677 = 1916/17 (1916)
- Date
- 1916-01-01
- Page
- Seite 140 (sequence 141)
- Language
- German
- Belongs to
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140 mit Rücksicht auf Kewod Harnes aber nicht notwendig werden sollten. Vor allem würde es sich dann nicht mehr ereignen, dass armen, fremden Glaubensgenossen, die in unserer Mitte, fern der Heimat, ihr Leben lassen müssen, ihr Recht auf Kewer Jisro'cl versagt wird. Wer tut mit? Basel Sally Giiggenheim. Ein Spaziergang. Der Hertenstein leuchtete in goldenem Herbstglanze, als wir ihm ins Antlitz blickten. Fast kein menschliches Wesen ringsum, erhabenes Schweigen überall. Zu unseren Füssen liegt die Bäderstadt, unberührt von der blutigen Geissei des Krieges, friedlich und ruhig. Die Limmat zieht ihre gewohnte Strasse in wilder, eilender Hast, ein Bild des rauschenden, vergänglichen Seins. Die Stadt selbst in beschaulicher Gemächlichkeit, als wollte sie jetzt, da die Schar der Gäste ausgeblieben, einmal gründlich der Ruhe pflegen. Sonst wenn der Herbst seine ruhigen Sonnentage spendete, erging sich noch mancher Heilbedürftige in den gastfreundlichen Mauern der Stadt, heute aber ist niemand heilbedürftig; gesperrt sind die Grenzen der Länder und .... der Vernunft. Soll ich meditieren über die Zeit? Wenn es helfen könnte! Aber der Menschheit ganzer Jammer fasst mich an, und ich wandere weiter, immer höher hinauf, dem idyllischen Lengnau entgegen. Der Hirt treibt der Rinder frohe, breitgestirnte Scharen über die herbstlichen Fluren, jedes Tier hat nicht nur sein melodisches Glöcklein um den Hals, sondern auch das fesselnde Seil am Fuss, um ein mutwilliges Entweichen zu hindern. Die Tiere werden gefesselt und die