Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Journal
- Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Volume
- 5677 = 1916/17 (1916-1916)
- Issue
- 5677 = 1916/17 (1916)
- Date
- 1916-01-01
- Page
- Seite 139 (sequence 140)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/3135693-3135694--0141-3135863- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
139 nellen Friedhofs wurde von der Regierung in Genf erst neuerdings wieder verweigert. Da ergibt sich nun für die zahlreichen dortigen Glaubensgenossen, denen die Aufnahme in die Gemeinde versagt wird, eine überaus schwierige Situation. Erst kürzlich wurde dort eine aus dem Osten stammende jüdische Frau, die auf ihrem Totenbett flehentlich darum bat, zu Kewer Jisroel gebracht zu werden, auf dem städtischen Friedhof begraben. Hier gilt es einen Ausweg zu schaffen und der wäre nach meinem Ermessen darin zu finden, dass man je einen jüdischen Zcntralfriedhof für die Ostschweiz im Kanton Graubünden, eventuell an der Kreuzung der Strecken Arosa, Davos,* Schuls und St. Moritz und für die Westschweiz einen solchen in der Nähe von Lausanne anlegte. Bei der Toleranz, die bei vorurteilslosen Behörden für die religiösen Bedürfnisse aller Konfessionen erwartet werden darf, sollte die Verwirklichung des Projektes nicht schwer sein. Die Kosten für die Eisenbahntransporte würden wegfallen, da auf solchen Strecken der Transport mittels Pferd und Wagen sich zumeist wesentlich billiger stellt. Die Taxen für die Karka (die Grabstelle) würden bald die Unkosten der Unterhaltung und die Zinsen des Kapitals decken, das nötig ist, um den Friedhof zu kaufen. Auch würden die Schwergeprüften, die einen teuren Toten in der Schweiz zurücklassen, durch Extraspenden den Fonds bald auffüllen. Die Verwaltung müsste einem ad hoc ins Leben zu rufenden Verein übertragen werden. Dann wird es nicht mehr Vorkommen, dass, um die Bestattung eines Toten auf jüdischem Boden zu bewirken, grosse Kollekten gemacht werden müssen, die zwar der jüdischen Opferfreudigkeit alle Ehre machen,