Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Journal
- Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Volume
- 5677 = 1916/17 (1916-1916)
- Issue
- 5677 = 1916/17 (1916)
- Date
- 1916-01-01
- Page
- Seite 132 (sequence 133)
- Language
- German
- Belongs to
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132 geht von der Erwägung aus, dass nur von der 'öffentlichen Meinung jener gewaltige Druck zu erwarten ist, der auch die widerstrebende Regierung zwingt, Recht und Gerechtigkeit zu üben. In der Zeit weltgeschichtlicher Ereignisse, in der wir leben, muss sich auch das Bewusstsein des jüdischen Volkes machtvoll heben. Und mit dem neu erwachten Selbstbewusstsein muss sich die Liebe zu unserer alten Heimat und das Solidaritätsgefühl mit unseren Stammesbrüdern in allen Länder aufs neue entfachen. Wir Juden in der Schweiz, die wir in dem klassischen Lande der Freiheit leben, müssen am meisten mit unseren leidenden und unterdrückten Volksgenossen fühlen, und müssen am ehesten helfend beispringen, wenn es gilt, für die jüdische Sache einzutreten. So wird, wenn an den kommenden Rosch-Haschono- Tagen in allen jüdischen Gemeinden der Schweiz der hehren Bestrebungen des Komitees „Pro Causa Judaica“ gedacht wird, wohl alle nur der eine Wunsch beseelen, dass das kommende Jahr nicht nur der Menschheit den ersehnten Frieden bringe, sondern auch dem jüdischen Volke sein lange vorenthaltenes Recht auf Leben und Freiheit. Wenn dann, wie wir es alle wünschen, das von Schweizer Juden inaugurierte Werk von Erfolg gekrönt wird, dann wird sich aufs neue der alte Satz bewährt haben: „Der Stein, den die Baumeister für unbedeutend erachtet hatten, ist zum Eckstein geworden.“ Basel Dr. jur. Marcus Cohn.