Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Journal
- Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Volume
- 5677 = 1916/17 (1916-1916)
- Issue
- 5677 = 1916/17 (1916)
- Date
- 1916-01-01
- Page
- Seite 130 (sequence 131)
- Language
- German
- Belongs to
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130 und die Leiden unserer Brüder im Osten zu einer Frage des Weltgewissens zu erheben. Oeffentlieh und mutig die Erreichung der vollige?i Gleichberechtigung für das alte Volk der Juden zu fordern, trat im März 1916 das Komitee nPro Causa Judaica“ auf den Plan. Durch die Veröffentlichung eines programmatischen Manifestes, dem über 200 hervorragende zumeist politische Persönlichkeiten der Schweiz ihre Zustimmung gegeben hatten, wurde das Komitee in weiten Kreisen des In- und Auslandes bekannt. Das Komitee will die Aufmerksamkeit der zivilisierten Welt auf die Judenfrage lenken, will alle diejenigen Verbände und Parteien, die das Ideal der Gerechtigkeit vertreten, veranlassen, sich der jüdischen Sache anzunehmen. „Zunächst und in erster Linie wird das Komitee die Gleichberechtigung der Juden in Russland, Polen und Rumänien zur Diskussion stellen und die Welt von der Notwendigkeit der politischen und wirtschaftlichen Befreiung der jüdischen Massen in diesen Ländern überzeugen. In Russland und Polen leben mehr als sechs Millionenjuden in den traurigsten Verhältnissen, entrechtet, zusammengedrängt, ohne Freizügigkeit, immer blutige Pogrome fürchtend, der Willkür einer unverantwortlichen Bureaukratie ausgeliefert. In Rumänien wurden 250,000 Juden, trotz des Berliner Vertrages und der formellen Versprechungen der rumänischen Regierung, als Fremde betrachtet und einer Verfolgungs- und Unterdrückungsgesetzgebung ausgesetzt, die zur völligen Verarmung und Ausrottung führt. Durch die Gewährung der Gleichberechtigung sollen so Millionen von entrechteten Juden in den Besitz der Menschenrechte gelangen.