Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Journal
- Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Volume
- 5677 = 1916/17 (1916-1916)
- Issue
- 5677 = 1916/17 (1916)
- Date
- 1916-01-01
- Page
- Seite 104 (sequence 105)
- Language
- German
- Belongs to
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104 desto besser. Aber gerade in diesem Punkte herrscht ein schroffer Gegensatz zwischen der wissenschaftlichen Erfahrung und der Auffassung des Laien. „Es sei doch ungesund, so früh eine Brille zu tragen“, hört man recht häufig, wenn man einem 3—4jährigen Kind eine Brille verschreiben will; und leider hat das Publikum im grossen und ganzen ein viel willigeres Ohr für diese durch gar nichts begründete Belehrung durch wichtigtuerische Nichtswisser, als durch den durch jahrelange Erfahrung erprobten Rat des Arztes. Genau ebenso verhält es sich mit der Kurz- und Weitsichtigkeit. Unumstössliche Tatsachen haben bewiesen, dass es durch frühzeitiges Tragen eines Glases gelingt, in vielen Fällen besonders die Kurzsichtigkeit am Fortschreiten zu verhindern. Man breche daher einmal endgültig mit diesem der Wissenschaft ins Gesicht schlagenden Vorurteil gegen die Brille, besonders auch schon deshalb, weil eine Reihe von unangenehmen Zuständen, wie Kopfweh, Schwindel u. a. die Folge von Kurzsichtigkeit oder Uebersichtigkeit ist, und diese Beschwerden hören häufig mit dem Tragen des Glases auf. Bei dieser Gelegenheit sei auch noch darauf hingewiesen, dass nach Diphtheritis häufig schwere Sehstörungen auftreten; die Eltern bringen solche Kinder einige Wochen nach der überstandenen Diphterie in höchster Bestürzung zum Arzt mit der Angabe, das Kind sei fast erblindet. Hiebei handelt es sich jedoch nur um eine vorübergehende Sehstörung, die in einigen Wochen verschwindet. Man sei also in einem solchen Falle ohne Sorge. Starkes Tränenträufeln oder Eiteransammlung am inneren Lidwinkel weisen auf eine Tränensackerkrankung hin, die unbedingt eines ärztlichen Eingreifens bedarf. Verletzungen am Augapfel, die in landwirtschaftlichen Betrieben z. B. durch Aehren oder beim Holz-