Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Journal
- Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Volume
- 5677 = 1916/17 (1916-1916)
- Issue
- 5677 = 1916/17 (1916)
- Date
- 1916-01-01
- Page
- Seite 103 (sequence 104)
- Language
- German
- Belongs to
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103 liegen, bis die Borke aufgeweicht ist. Ist die Erkrankung hartnäckig, dann gehe man zum Arzt. Eine bei Kindern verbreitete Krankheit ist eine mit Bläschenbildung verbundene Entzündung, die besonders gerne am Hornhautrande auftritt. Wird diese Sache vernachlässigt, so greift der Prozess leicht auf die Hornhaut über und kann durch Hinterlassung von trüben Narben dauernde Sehstörungen herbeiführen. Gewöhnlich ist mit dieser Entzündung eine so starke Lichtscheu verbunden, dass die Kinder die Lider krampfhaft zusammenkneifen. Zeigen sich solche Symptone, dann zögere man nicht mehr und übergebe die Kinder alsbald sachgemässer Behandlung. Praktisch wichtig ist eine im Gefolge der Impfung vorkommende Erkrankung der Lider, die im allgemeinen in 2 - 3 Wochen völlig heilt; es kann aber auch zu ernsterer Erkrankung des Auges dabei kommen. Die Verhütung ist sehr einfach: Da das Pockengift von der damit beschmutzten Hand auf das Lid übertragen wird, so verbinde man die Impfpusteln bis zur vollständigen Heilung des Impfprozesses. Bei Keuchhusten treten häufig nach einem heftigen Hustenanfalle Blutungen unter der Bindehaut auf, die sich als blutroter Fleck stark abheben und wegen ihres auffälligen Aussehens oft grosse Besorgnis hervorrufen. Sie sind aber ganz unschuldiger Natur und verschwinden nach kurzer Zeit ohne jegliche Behandlung. Das Schielen ist eine Sehstörung, der leider nur zu oft zu geringe Beachtung geschenkt wird; man lässt Jahre darüber vergehen, ehe man deshalb den Arzt aufsucht und macht dadurch die früher mögliche Heilung o/zneOperation eben unmöglich. Das Schielen ist in vielen Fällen die Folge von Kurz- oder Uebersichtigkeit und könnte durch entsprechende Brillen im Laufe weniger Jahre vollständig behoben werden; je früher die Brille getragen wird,