Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Journal
- Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Volume
- 5677 = 1916/17 (1916-1916)
- Issue
- 5677 = 1916/17 (1916)
- Date
- 1916-01-01
- Page
- Seite 105 (sequence 106)
- Language
- German
- Belongs to
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105 sammeln durch Zweigehen, beim Steinklopfen durch Steinsplitter, beim Schlosser etc. durch kleine Metallsplitter hervorgerufen werden, verlangen sofortige ärztliche Behandlung. Denn nicht für das verletzte Auge allein, sondern möglicherweise auch für das gesunde Auge besteht höchste Gefahr; über eine ganze Anzahl von Fällen berichtet die fachwissenschaftliche Literatur, in denen eine Hinausschiebung der ärztlichen Behandlung zu doppelseitiger Erblindung geführt hat. Alsbaldiges Eingreifen des Arztes kann jedenfalls schwerere Folgen verhüten Darum grösste Vorsicht und unbedingt ärztliche Behandlung nach Verletzungen! Eine Augenerkrankung, vorwiegend des höheren Lebensalters, geht einher mit Kopfschmerzen, die gegen das Auge hin ausstrahlen, manchmal mit Erbrechen, Nebelsehen und mit Sehen von Regenbogenfarben um eine Lichtflamme; treten derartige Krankheitsbilder auf, dann sofort zum Arzte; denn in den ersten Stadien dieser Krankheit ist volländige Heilung möglich, während die späteren Stadien der ärztlichen Kunst weniger leicht zugänglich sind. Auf die sogenannte „ägyptische Augenkrankheit* (Trachom) sei auch noch hingewiesen; zum Glück ist sie in unserem Lande äusserst selten; aber notwendig scheint ein kurzer Hinweis auf das Trachom, weil es hie und da aus den östlichen und südlichen Ländern eingeschleppt wird. Man hüte sich vor der Berührung der Wäsche Trachomkranker, da diese unter Umständen sehr schwere Krankheit durch äussere Berührung übertragen wird. Das sind in kurzer, hoffentlich allgemein verständlicher Darstellung diejenigen Lehren und Aufklärungen, deren Beachtung gewiss manches Unglück verhüten oder doch mindestens mildern kann. Neuchâtel Dr. L. Herz.