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Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz · 1916-01-01 · 5677 = 1916/17 (1916) · p. Seite 102

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Journal
Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
Volume
5677 = 1916/17 (1916-1916)
Issue
5677 = 1916/17 (1916)
Date
1916-01-01
Page
Seite 102 (sequence 103)
Language
German
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102 gewöhnlich mit dem Resultate, dass man das Gegenteil von dem erzielt, was man erzielen möchte: anstatt dass die Krankheit zurückgeht, schreitet sie fort, da die Keime unter dem Verbände eine viel günstigere Entwicklung nehmen, als beim Zutritte von Licht und Luft. Also, falls keine Verletzung vorliegt, dann nie eigenmächtig einen Verband anlegen, selbst, wenn, wie z. B. bei einer Reihe von Katarrhen der Bindehaut, starke Lichtscheu besteht. Vor allem sei gewarnt vor den auf dem Lande so beliebten Hausmitteln: Auflegen von Kuhmist oder von gehacktem Fleisch, das man, wie die Erfahrungen in den Kliniken zeigt, oft 8—14 Tage liegen lässt, sodass der untersuchende Arzt gelegentlich Maden entdeckt im Verbände; diese und alle ähnlichen schönen Mittel können nur schaden. Glaubt man schon verbinden zu müssen, so nehme man einfach ein reines, weisses Tuch. Nun zu dem Besonderen: Zeigt sich beim Neugeborenen eine Entzündung oder gar eine Eiterung am Auge, dann ist schleunigst der Arzt aufzusuchen; denn es muss sich zwar nicht, aber es kann sich um eine schwere Augenerkrankung handeln, die, nur wenige Tage vernachlässigt, zur vollständigen Erblindung führen kann. Weitere Erkrankungen im Kindesalter: Eiterbildung am Lidrande wird sehr häufig recht leicht genommen; mit Unrecht; denn an diese Entzündung schliesst sich gerne Ausfall von Wimpern an; abgesehen von der hässlichen Entstellung wird dadurch dem Auge ein in verschiedener Beziehung wichtiger Schutz genommen; denn die Wimpern sind nicht etwa nur zur Verzierung am Lidrande aufgepflanzt. — Der Eiter werde jeden Morgen sorgfältig mit feuchten Wattebäuschchen entfernt; sitzen die Eiterkörnchen fest, dann lasse man diese Wattebäuschchen einige Minuten auf dem Auge

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