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Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz · 1916-01-01 · 5677 = 1916/17 (1916) · p. Seite 98

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Journal
Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
Volume
5677 = 1916/17 (1916-1916)
Issue
5677 = 1916/17 (1916)
Date
1916-01-01
Page
Seite 98 (sequence 99)
Language
German
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98 Von den Krankheiten des Auges. אך את דמכם לנפשתיבם אדרוש (בראשית ט" ה') ר׳ארעזר אומר מכאן שאץ אדם רשאי לחבול בעצמו (ב״קצא) ״Euer Blut werde ich von euch fordern“ (I. B. M. 9, 5); daraus folgert Rabbi Elasar (Baba qama 91b), dass niemand das Recht habe, seinen eigenen Körper zu schädigen. Denn unser Körper ist ein göttliches Gnadengeschenk, uns anvertraut, damit wir ihn weihen im Dienste des Höchsten; rein sei er drum und ganz, damit er würdig sei, dem Weltenlenker zu dienen. הואיל והיות הגוף בריא ושלם מדרכי ה' הוא שהרי א• אפשר שיבין אי ידע דבר מידיעת הבורא והוא הולה לפיכך צריך להרחיק עצמו מדברים המאבדין את הגוף ולהנהיג עצמו בדברים המברין והמחלימים (רמבם פ״ד מחככות דיעות) ״Zum gottgefälligen Leben gehört es, dass unser Körper gesund sei und vollkommen; denn wir können nicht eindringen in die Geheimnisse des göttlichen Wirkens, wenn unser Körper krank ist. Darum, Mensch, halte dich fern von all dem, was den Körper zugrunde richtet und suche die Wege, auf denen du Stärkung findest und Kräftigung.“ (Maimonides, Hilchoth Deoth IV.) Also ist Gesundheit nicht nur ein unentbehrlich Gut, damit wir unsere berufliche Pflicht erfüllen; nein, auch unerlässlich, damit unsere Hingabe an den Schöpfer des Alls ohne Fehl sei und ohne Mangel. Ein einfaches Beispiel mag uns das zeigen: Die תפלה, das Gebet. Schwer ist’s, in gesunden Tagen unsere Gedanken so zu sammeln, dass wir, betend, völlig frei seien von allem Körperlichen, frei von allem Niederen, frei von all dem, was erdwärts zieht, erfüllt nur von dem, was uns hinaufführt in die Höhen des Göttlichen.

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