Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Journal
- Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Volume
- 5677 = 1916/17 (1916-1916)
- Issue
- 5677 = 1916/17 (1916)
- Date
- 1916-01-01
- Page
- Seite 95 (sequence 96)
- Language
- German
- Belongs to
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95 man es von dem einen Partner erreichen könnte, den direkten Auftrag zu erhalten zur Uebermittlung des Friedens Wunsches an den Gegenpart. Zur Durchführung einer solchen etwas delikaten Sendung ist Menschen־ kenntnis, Redegewandtheit, Geduld und Eifer lür die gute Sache erforderlich. Wir haben ein treffliches Vorbild, wenn wir uns auf diesem Gebiete betätigen wollen. Es ist kein geringerer, als Aharon der Hohepriester, welcher auf diesem Gebiete eine erstaunliche Fähigkeit besass. Lehrt doch schon der selbst friedliebende und sanftmütige Hillel: ״Sei von den Schülern Aharons: liebe den Frieden und strebe nach Frieden“!. (Spr. d. V. 1, 12). Diese Tugend wird bei Aharon als die schönste seiner Eigenschaften hervorgehoben und ungezählt sind allein die Fälle, in denen er zwischen Ehegatten, die schon nahe daran waren, den Bund der Ehe wieder aufzulösen, den Frieden wieder hergestellt hatte. Hatten zwei einen Streit gehabt und es entstand Feindschalt zwischen ihnen, da ging Aharon, sobald er es erfahren hatte, zu einem der beiden und machte ihm die Mitteilung, dass der andere das Vorkommnis sehr bedauere und sich gerne aussöhnen möchte. Nach dieser geschickten Einleitung der ״Friederisverhandlungen“ war es ein leichtes, den Frieden in kürzester Zeit zum Ab- Schlüsse zu bringen, (s. מס׳בלה׳ מנורת המאור). Auch diese Art der Friedensliebe, die Friedens- Vermittlung sollte an allen Menschen geübt werden, weshalb an der vorerwähnten Stelle der Ausdruck אדם ״Mensch“ gebraucht wurde. In prägnanterWeise kommt dies auch in dem oben angeführten Ausspruch Hillels zum Ausdrucke, denn den Worten: ״Strebe nach Frieden“ folgen die Worte: ״ אוהב את הבריותLiebe die Menschen!“ 4). 4) S. R. Hirsch sagt zu dieser Stelle: ״Es ist ein schöner Ausdruck, mit welchem die Weisen die Menschen allgemein