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Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz · 1916-01-01 · 5677 = 1916/17 (1916) · p. Seite 93

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Journal
Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
Volume
5677 = 1916/17 (1916-1916)
Issue
5677 = 1916/17 (1916)
Date
1916-01-01
Page
Seite 93 (sequence 94)
Language
German
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93 enthalten sind. Dementsprechend nimmt auch der Wunsch, die Sehnsucht nach Frieden in unserer Teiilla einen grossen Raum ein. Es gibt last keines der älteren bedeutendsten Gebetsstücke, in dem das Wort שלום nicht enthalten wäre. Wir begegnen ihm auf Schritt und Tritt in unserem Gebetbuche. Die Bitte um Frieden steht im Gebetbuche immer an der wichtigsten, d. h. an letzter Stelle. Selbst wo das Gebet mit שלום beginnt, endigt es auch mit שלום, gleichsam bekundend, dass es keinen wahren Segen, kein ungetrübtes Glück, kein echtes Heil, keine lückenlose Befriedigung gibt ohne Frieden. Er setzt unserem Glücke erst die Krone auf: er ist das teuerste aller Güter, der materiellen wie der geistigen. Aus diesem Grunde hat gewiss auch immer der שלום das חיים zum Nachbar. Ohne Frieden gibt es eben kein wahres Leben. Ist es friedlos, so ist es freudlos, שלום macht erst alles ganz (שלם). Diese Idee kommt recht deutlich im sogenannten RauSch-Chaudesch- Benschen (Neumondweihe) zum Ausdrucke. Hier beten wir: ״ ותתךלנו חיים ארבים׳ חיים של־שלוםVerleihe uns langes Leben, ein Leben des Friedens.“ — Auch im Priestersegen hat der שלום das letzte Wort; er bildet den sinnigen Abschluss der materiellen und idealen Wünsche, die in diesem — vielleicht ältesten — öffentliehen Gebete enthalten sind (S. Raschi z. St. 4. B. M. 6, 24—27). In vorstehendem Sinne deutet auch der Midrasch das Thorawort (3. B. M. 26, 6): ״Wenn ihr in meinen Gesetzen wandelt, meine Gebote bewahren und ausüben werdet, so werde ich euch Regen geben zu seiner Zeit, und es wird die Erde ihren Ertrag geben und der Baum des Feldes seine Frucht.... und ihr werdet euer Brot essen zur Sättigung und in Sicherheit in eurem Lande wohnen!“ (das. 3—6). ״Du könntest sprechen: Nun ist Speise und Trank in Hülle und Fülle da — wenn aber der Friede fehlt, fehlt alles, — darum

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