Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Journal
- Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Volume
- 5677 = 1916/17 (1916-1916)
- Issue
- 5677 = 1916/17 (1916)
- Date
- 1916-01-01
- Page
- Seite 89 (sequence 90)
- Language
- German
- Belongs to
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89 Mühe und Sorgen für gute 24 Stunden beiseite legen sollte. Er traf seine Vorbereitungen, um die geliebte Sabbatbraut würdig empfangen zu können. Dies tat er mit dem unvergänglich schönen לכה דודי, dessen letzte Strophe vom שלום singt. Dann folgt die häusliehe Sabbatfeier, beginnend mit dem Segnen (dem ״Benschen“) der Kinder und mit der Begrüssung der nach der frommen Tradition jedem ernsten Sabbatfreunde beigegebenen zwei Himmelsboten, der מלאכי השלום, die auch mit שלום עליכם empfangen werden. — Wer von uns noch den hohen Wert dieser uns von Gott gewährten מתנה, des Sabbats, kennt und die בשמה יתירה, die der Sabbat uns bringt, so recht fühlt, wird den Autoren dieser Pijutim und den Gebetordnern innigen Dank wissen für diese herrlichen Gebete, die so recht der Widerhall der seelischen Empfindungen des frommen Beters sind. Die zweite Stelle in unserer Tefilloh, wo dieser D^^/־Gruss Aufnahme gefunden hat, ist das unter dem Namen קלוש לבבה bekannte Gebet, in dem sich die Betenden dreimal die Worte שלום עליכם entgegenrufen. Aber nicht nur der Friede im Hause, im eigenen Staate war dem Juden ein inniger Wunsch, ein Bediirfnis, sein Friedensideal war ein noch weit herrlicheres, es war wie der שלום selbst etwas Ganzes. Seine Friedensliebe umfasste die ganze Menschheit. Sie war also universell. Eine Provokation zum Kriege war im Judentume verpönt, und als noch unersättliche Ländergier der Könige und Fürsten die erste Ursache und der wichtigste Anlass waren für Völkerkriege, da lag dem jüdischen Volke der Gedanke an Länderraub vollständig fern. Es galt als Ideal für ein wohlgegründetes, gut organisiertes Staatswesen, gute Beziehungen zu allen Nachbarvölkern zu erhalten und zu pflegen. Ausser dem im Charakter des jüdischen Volkes wurzelnden