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Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz · 1916-01-01 · 5677 = 1916/17 (1916) · p. Seite 53

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Journal
Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
Volume
5677 = 1916/17 (1916-1916)
Issue
5677 = 1916/17 (1916)
Date
1916-01-01
Page
Seite 53 (sequence 54)
Language
German
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53 Ebenso falsch wäre es aber auch, die Mischpotim als nebensächlich anzusehen. Ein derartiger Gedanke würde auf grobem Irrtum beruhen, denn er lässt ausser acht, dass nach jüdischer Anschauung die eigentliche Zweck־ bestimmung der ganzen Thora der nach sittlichen und sozialen Gesichtspunkten geordnete, menschliche Verkehr ist; dass des Juden heiligste Aufgabe die Beobach־ tung seiner Pflichten gegenüber dem Nebenmenschen ist. שלא נתן לכם את התורה אלא על מנת שתקיימו את הדינים Denn nur zu dem Zwecke ward Israel zum Volke erwählt, dass es in den Wegen Gottes wandle: Gerechtigkeit übe und Recht (I. Buch Moses 18, 19). Ohne die Mischpotim sind die Chukim sinn- und zwecklos. ״Beide zusammen machen das Judentum aus. Nur wenn du beide mit gleichem Ernst, mit gleicher Gewissen־ haftigkeit erfüllest, bist du Jude“ (S. R. Hirsch, Gesammelte Schriften I, 165.) Denn das Recht ist eine göttliche Sache. כי המשפט לאלהים הזא (V. Buch Moses 1, 17). Auch die Mischpotim sind religiöses Recht und wollen strikte beobachtet sein. Ihrer hervorragenden Bedeutung entsprechend sind diese Rechtssatzungen dem Volke vor den Gesetzen betreffend Kultus und Ritus vorgelegt worden. (Mechilta zu II B. M. 2.) Der Gerechtigkeit unermüdlich nachzustreben, sei des Juden vornehmste Pflicht und ausdrücklieh wird im Talmud gesagt: Wer fromm sein will, der beobachte streng die Satzungen betreffend Mein und Dein. מ Warst dti redlich in Handel und Wandelt“ נשאת ונתת באמונה so wird nach einem Ausspruch des Talmuds (Sabbat 31a) die erste Frage lauten, die uns am Tage der Verantwortung vorgelegt werden wird. Verfehlungen im Verkehr mit den Nebenmenschen sind so schwerer Natur, dass sie selbst durch reumütige Busse am Versöhnungstage nur gesühnt werden können, wenn 5

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