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Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz · 1916-01-01 · 5677 = 1916/17 (1916) · p. Seite 40

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Journal
Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
Volume
5677 = 1916/17 (1916-1916)
Issue
5677 = 1916/17 (1916)
Date
1916-01-01
Page
Seite 40 (sequence 41)
Language
German
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40 und Jom Kippur, immer tönt er an unser Ohr, und jedesmal stimmen wir mit einem lauten „Amen“ ein In keiner Zeit geschah dieses bekräftigende Einstimmen mit solch tiefer Innigkeit, wie in der unsrigen. Zerrissen sind die Bande der Menschenliebe; überall Hass und Verachtung. Täglich fliessen Ströme menschlichen Blutes. Wer vermöchte noch einen Funken der Hoffnung, dass es wieder einmal hell werden könnte, im Herzen zu bewahren. Und doch: Der starke Jehudi verzweifelt nicht. In der finsteren Gegenwart sieht er nur ein Zusammenbrechen einer Phrasenkultur, die einen Zukunftsbau errichten zu können vermeinte, ohne Gott, den biblischen Gott und seine ewige Lehre. Stein um Stein hat man herausgebrochen aus diesem himmlischen Bau und vergass, dass er im Donner und Blitz von Gott, dem Ewigen, errichtet ist. Nun kommt das Schwert und übt Vergeltung. „Das Buch und das Schwert, sie kommen miteinander vom Himmel.“ — Ist kein Lichtschimmer wahrnehmbar in dieser Weltenfinsternis? 0 ja, höre nur auf die süsse Melodie des Kaddisch: „Verherrlicht und geheiligt werde sein grosser Name in der Welt, die er nach seinem Willen erschaffen hat. Er möge bald herbeiführen sein Reich in euren Lebenstagen und in denen des ganzen Hauses Israel, bald und in naher Zeit.“ Wer fühlte heute nicht, dass diese Zeit kommen muss? Die Gotteserkenntnis wird nicht gemehrt auf blutigen Schlachtfeldern, wo der Mensch zum Tier wird. Frieden muss werden, aber er kann nur von ewiger, schöner Dauer sein, wenn die Anerkennung Gottes auf dem ganzen, weiten Erdenrund herbeigeführt ist. Diesem Wunsch gilt unser Kaddisch, und wir bekräftigen ihn mit warmem Herzen durch unser: „Amen“. Du aber, Volk Israel, sollst vorangehen mit dem Lichte der Thora, um dieses Ziel zu erreichen. Wer

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