Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Journal
- Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Volume
- 5677 = 1916/17 (1916-1916)
- Issue
- 5677 = 1916/17 (1916)
- Date
- 1916-01-01
- Page
- Seite 38 (sequence 39)
- Language
- German
- Belongs to
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38 sei er! Hocherhaben über alle Segnungen, Loblieder, Preisgesänge und Trostesverheissungen, die je in der Welt gesagt worden sind; hierauf sprechet: Amen. „Es möge angenommen werden das Gebet und der Wunsch des ganzen Hauses Israel von ihrem himmlischen Vater, darauf sprechet: Amen. „Es komme hoher Friede vom Himmel und Leben für uns und ganz Israel, darauf sprechet: Amen. „Der Frieden macht in den Höhen, er gewähre uns und ganz Israel Frieden, darauf sprechet: Amen.“ Schon der Name des Gebetes spricht sich über die Bedeutung aus: Heiligung Gottes. Im III. B. M., Kap. 22, 31 lesen wir: „Beobachtet meine Gesetze und übet sie aus, ich bin der Ewige. Und entweihet nicht meinen heiligen Namen, damit ich geheiligt werde inmitten der Kinder Israel. Ich bin der Ewige, der euch heiligt.“ Also beobachtet und übet aus! Darunter versteht man nach Raschi zunächst das liebevolle Eindringen in das Verständnis der göttlichen Lehre, kurz, das eigentliche „Lernen“, und dann als Frucht dieses Studiums: die Ausübung, die lebendige Tat! Unterlassen wir diese Pflicht, missachten wir die Sinai-Gebote und -Verbote, so begehen wir eine Entweihung des göttlichen Namens. In den vorstehenden Schriftversen ist dies klar und deutlich zum Ausdruck gebracht. Leider sind wir uns der Pflicht, Gottes Namen zu verherrlichen und zu heiligen, erst dann und nur dann bewusst, wenn schwere Prüfungen an uns herantreten. Dein Teuerstes liegt auf der Totenbahre: Der gute Vater, der für dich gearbeitet, gelebt und gestrebt hat, deine gute Mutter, die in zarter Liebe deinen goldenen Lebensmorgen bewachte! Wie blutet dein kindliches Herz ob dieses Verlustes! Da trittst du hin vor den Oraun Hakaudesch, wo die Gesetzesrollen mit ihren ewigen