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Israelitische Annalen · 1841-12-17 · Heft 51 (17.12.1841) · p. Seite 403

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Journal
Israelitische Annalen
Volume
1841
Issue
Heft 51 (17.12.1841)
Date
1841-12-17
Page
Seite 403 (sequence 3)
Language
German
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403 schen Reiches und der Ost-Asiatischen Religionen, dann auch wieder auf den Katholizismus gegen den Protestantismus und auf die Secten alle, welche sich bilden und bestehen, kurz auf das ganze Gewebe vom Steigen und Fallen der geschichtlichen Institutionen, jeder Panhei Argumente Darbietet, sich herauszuftellen, auf historischen Bestand zu pochen. Und was will man denn dem Judenthume in dieser Beziehung gegenüberftellen? Einer Religion, die ohne Land, ohne Macht, ohne Gewalt, bei allen Entbehrungen des Lebens, ja trotz Verfolgungen und Hinmordungen ohne Zahl, sich erhalten hat? Welche Parthei, oder welche Religion hat solches Alter und solche Ausdauer für sich? •) Wenn der Jude in der Historie Anleitung sucht, was denn die eigentlichen Prinzipien seien, die seiner Religion solche bewundernswürdige Ausdauer verschafft haben, so hat er ein würdiges Thema zu seiner Belehrung gefunden, und diese wird ihm, wenn er seine Quellen studirt, nicht fehlen, ja sogar ihm über so manchen Jrrthum die Augen öffnen. Er wird bald erfahren, daß nicht die äußere Form ritueller Ceremonieen, die sich nach Zeit und Ort umgcftalten, diese Dauerhaftigkeit begründet hat, sondern die sich immer und überall gleichbleibenden Grundwahrheiten. Was er in andern Religionssystemen erst theoretisch aufsuchr, das liegt ihm hier viel näher, mindestens soll er erst seine eigenen Prinzipien kennen, bevor er fremde prüft. Damit ist übrigens nicht gesagt, daß jemand, der aus andern Gründen für sich und seine Familie ein anderes Verhältniß erstrebt, zu tadeln sei, wenn er sich bemüht, dasselbe erst durch eine wohlerworbene Ueberzeugung recht zu begründen; vielmehr ist solch ein Verfahren ehrenwerth; nur muß er nicht verlangen, daß jeder sich in gleichem Falle befinden *) In der Anrede an die Juden, welche die Schottische Kirche im August dieses Jahres veröffentlicht hat (im Home and Foreign Missionary record) findet sich ein ähnlicher Passus, beginnend: It is tke testimony ok Scripture, that righteousness exalteth a nation etc. und der Beweis wird wiederum von dem politischen Steigen der christlichen Nationen geführt. Das Christenthum, hat die Barbarei civilisirt und die Civilisation hat die Völker stark gemacht. Auch die Griechen und die Römer standen hoch, so lange sie civilisirt waren, und sanken als Christen wieder, da sie Barbaren wurden! — solle und müsse. Und wenn den Arzt (S. 23) vielfache Beispiele von der trefflichen Wirkung des Christenthums bei Kranken und Sterbenden überführten und um so mehr ihn bestimmten, sich mit seiner Aufgabe zu beschäftigen, so zeigt dies nur, daß er in der That bis dahin die Wirkung einer religiösen Lebensansicht im Allgemeinen nicht gewürdigt hatte. Wahrhaft fromme Juden fühlen eine gleiche Weihe, und wir zweifeln nicht, daß man ähnliches auch bei Heiden wahrnahm, sonst härte Plato nicht so rührend den Tod eines Sokrates beschreiben können. Wer von uns möchte behaupten, daß alle Juden, Moslemen, Parsen, Buddhisten rc. trostlos hinsterben, und die frommen und gemüthlichen Seelen nicht jede in ihrer Religion die Tröstungen finden, welche den Tod erleichtern. Giebt es nicht sogar Märtyrer bei allen? Wenn nun der Verf. mit solchen vorgefaßten Eindrücken, und zwar bei völliger Unkunde, an das N. T. ging, und dessen Inhalt ihn überraschte, so kann man nichts dagegen einwenden, außer daß man sich wundern muß, das Bekenntniß zu vernehmen, er habe dennoch sechs Jahre dazu gebraucht, um sich mit demselben zu befreunden, und sei auch dann erst durch die Gewalt des Gebetes erleuchtet worden. Sind denn die Grundsätze so schwer zu fassen, zu denen sich ja so viele einfache Leute bekennen? Predigt denn nicht das N. T. eben dieselben Grundsätze, die im Alten schon daftehen? — Haben denn auch die Juden als solche den Gesammt-Jnhalt des N. T. angegriffen? Der Widerstreit betraf immer nur die Sendung Christi, und die daraus späterhin entwickelten Dogmen; das Urchriftenthum faßte za zu allererst Wurzel in der jüdischen Gemeinde! Jesus selbst war ja deren Mitglied und zählte viele Anhänger, obwohl schwerlich gleich anfangs in dem Sinne, den die Kirche nachmals ausbildete. Aber den Verf. quälten eben diese Dogmen! Er wollte zunächst die Trinität sich begreiflich machen, und führt nun seine Gedanken uns vor. Er hat endlich durch richtige Exegese ermittelt, daß das A. T. nicht bloß Gort als zwei, sondern sogar als drei Personen vorftelle! Wir gestehen, daß wir alles, was der Vf. S. 29 und 30darüber vorbringt, für das seichteste, fadeste und der gesunden Exegese widersprechendste Geschwätz halten, das je ein sinniger Mensch darüber geschrieben hat, und können uns kaum überreden, daß es ihm selbst 51* i

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