Mannheim
Compact Memory

Israelitische Annalen · 1841-10-22 · Heft 43 (22.10.1841) · p. Seite 340

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitische Annalen
Volume
1841
Issue
Heft 43 (22.10.1841)
Date
1841-10-22
Page
Seite 340 (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
98% known words query
IRI
…/3133765-3133874-3133918--1356-3135596
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

340 dürfte, ein wahrhaftes Bild vom Gesammtcharakter lieferten; ja wir würden es tief bedauern, wenn dies der Fall wäre, und aus solchem Treiben unsre gegenwärtige Geschichte sich kund gäbe, indem damit auf keinen Fall Achtung cingeflößt wird. Wir haben daher bei Redaktion der Annalen streng das Eine Ziel im Auge, die fortschreitende Intelligenz, so weit cs durch eine Zeitschrift möglich ist, darzustellen, und werden damit fortfahren, so lange wir durch Theilnahme und Mitwirkung in demselben Geiste unterstützt werden. Wir haben hierbei stets den Wunsch, die Angelegenheiten der Israeliten von der ernftern, würdiger« Seite aufzufassen, und mit Uebergehung alles Kleinlichen und Gleichgültigen, sämmtliche Erscheinungen, welche für die Beurtheilung der Zustände und Leistungen, so wie für den besonnenen Fortschritt einigen Werth haben können, zu sammeln, so daß eine recht umsichtige Erkenntniß derselben eine klare, gerechte und zweckmäßige legislative Behandlung von außen, und zugleich eine nachhaltige und geregelte Verbesserung der innern Zustande, vorbcreite. Wie dies bisher erstrebt worden, haben wir durch drei Jahrgänge unsers Wirkens dargethan, und es ist uns die Freude zu Thcil geworden, weit verbreitete Anerkennung zu finden. — Im Auslande sind mehrere ähnliche Institute, von denselben Grundsätzen ausgehend, seitdem entstanden, und auch dort zeigt sich ein gebildeter Kreis diesen Grundsätzen zugethan. Um so mehr halten wir es für sachgemäß, uns wiederholentlich zu denselben zu bekennen, und hoffen! mit Zuversicht, daß wie alle intelligenten Schriftsteller diese Ansicht theilen, sie sich auch den jüngern Talenten, und denen, welche vielleicht in einer Zeitschrift dem unterhaltenden Elemente zu viel Gewicht beigelegt haben, immer mehr anempfehlen werden. Selbst für den untergeordneten Zweck der Zeitschrift, den aufblühenden Talenten einen Raum zu gönnen, wo sie zuerst die Hoffnungen und Erwartungen, zu denen ihre Anlagen berechtigen, durch gediegene Vorarbeiten anregen können, wird bei solcher strengen Aufrechthaltung der Haupttendenz besser Sorge getragen. Wir begnügen uns für diesmal mit dieser kleinen, uns gewissermaßen durch mancherlei Anforderungen, denen wir mit Gewissenhaftigkeit nicht nachgeben konnten, abgedrungenen Erörterung zur Vcrmeidurg fernerer Mißverständnisse. Es wird uns zur Genugthuung gereichen, wenn der gebildete Leser und die, welche den Wunsch und Beruf haben, ihre Geiftesprodukte und interessanten Mittheilungen den Annalen zu übergeben, hierin mit uns übereinftimmen. Von diesem Lebensprinzip der Annalen werden wir nicht weichen, und so lange uns das öffentliche Vertrauen verbleibt, werden wir dies als eine Bürgschaft für die Richtigkeit desselben und die Zweckmäßigkeit unsers 'Wirkens betrachten, welcher wir unsrerseits durch Sorgfalt zu entsprechen stets eifrig bemüht sein werden. Ordnung der Vereine und Brüderschaften in Paris. (Nach den Archives Israelites de France, Septembre.) Im Allgemeinen läßt sich der Ursprung der Vereine oder Brüderschaften in den jüdischen Gemeinden nicht Nachweisen, und nur so viel ist gewiß, daß sic im Mittelalter insbesondere angeregt wurden durch das viele Elend, welches die Verfolgungen verbreiteren, und welches die Humanität dringend mahnte, alle Kräfte zur Linderung und Verminderung der Leiden zu vereinigen. Daher erklärt es sich denn auch, daß die deutschen Gemeinden vorzugsweise, sowohl in Deutschland als Italien, und wenn wir nicht irren, auch in den entfernter» Ländern, solche Institute errichteten, währenin den. portugiesischen sich dergleichen erst später fanden, als die Wohlhabenheit, deren sie sich zu erfreuen hatten, nachließ. Man mag an den Einrichtungen solcher Vereine, welche zumal sie in altern Zeiten, meist unter den ganz ungebildeten Gliedern der Gemeinden zu religiösen oder philanthropischen Zwecken gestiftet wurden, viel Mangelhaftes finden, ja selbst ihnen die Fortpflanzung mancher Jrrthümer und abergläubischer Thorheiten zur Last legen; so viel ist gewiß, daß man ihnen die Erhaltung eines religiösen Sinnes, und an den meisten Orten auch die Verbreitung einiger Kenntniß der heil. Schrift und der Commentare zu verdanken hat, weil die Mitglieder gewöhnlich auch eine gemeinsame'erbauliche Belehrung, freilich nach den jedesmaligen Begriffen der Zeit, mit ihren Zusammenkünften verbanden. In neuerer Zeit haben dergleichen Vereine geordnetere Statuten erhalten, und zeichnen sich in dieser Hinsicht, so weit wir damit bekannt sind, die zu Hamburg und Breslau,

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.