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Israelitische Annalen · 1841-10-15 · Heft 42 (15.10.1841) · p. Seite 334

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Journal
Israelitische Annalen
Volume
1841
Issue
Heft 42 (15.10.1841)
Date
1841-10-15
Page
Seite 334 (sequence 6)
Language
German
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334 werden könnte, wenn das neuere Gesetz in dieser Hinsicht geringere Zugeständnisse enthielte, als das bereits vor 26 Zähren erlassene. Hinsichtlich der Erwerbung des Staatsbürgerrechts übergeht der vorliegende Entwurf die in dem Hildburgh. Gesetz aufgestellten Bedingungen, nach welchen sich die Bewerber unter andcrm auch darüber ausweiscn sollen, daß sie deutsch lesen und schreiben können und ihrer Verpflichtung, zum Militärdienst Genüge geleistet haben, weil bei der, von der Staatsregierung ausgesprochenen und bereits allgemein anerkannten Verpflichtung der Juden, ihre Kinder in den, öffentlichen Schulen unterrichten zu lassen, jener Grad von Bildung von jedem der jüngern Juden billig vorausgesetzt werden kann, und die Militärpflicht dermalen auf Bedingungen beruht, welchen sich ohnehin Niemand entziehen kann, wenn er körperlich tauglich ist und keinen gesetzlichen Befteiungsgrund für sich hat. (Fortsetzung folgt.) Nachrichten' und Correspondenzen. Frankreich. — Die Archives Israelites de France, Septembre, enthalten eine Beschreibung der israelit. Stadtschule zu Metz, in welcher das System des gegenseitigen Unterrichts befolgt wird, und deren Resultate sehr erfreulich sind. Sie zählte anfangs nur gegen 100, jetzt 130 Schüler. Die Kosten der Anstalt werden gleich denen jeder andern Stadtschule von der allgemeinen Stadtcasse bestritten. Sie hat einen Aufschwung genommen, so daß sie für die vorzüglichste ihrer Art in Metz gilt. Aus ihr treten sehr viele Schüler als Lehrlinge bei Handwerkern ein, und werden dann von einer besondern Gesellschaft unterhalten; auch in Gymnasien und höhere Schulen. Seit 1818 sind bereits Aber 200 Handwerker, 19 Militärs, 8 Lehrer, mehrcr Künstler, Chirurgen, Acrzie, Apotheker re. aus derselben hervorgegangen. Herr Bloch, welcher seit 23 Jahren dieser Anstalt vorsteht, hat bereits 4 Medaillen, zwei von der Universität, und zwei von der Gesellschaft für gegenseitigen Unterricht, als Anerkennung erhalten. Es ist auch eine Mädchenschule mit 60 Schülerinnen seit zwei Jahren in Wirksamkeit. — Eine Schule in vourbonnes Ie8 balN8 (Dep. Haute- Jtfarne) leistet ebenfalls, unter der Leitung des Herrn Rosenfeld, was man nur verlangen kann. Sie zählt 30Zöglinge, Knaben und Mädchen. Die Stadt giebt einen jährlichen Zuschuß, und das Comite d’instruction superieure zu Langres hat ihr ebenfalls einen Beitrag bewilligt. Man schreitet auf diese Weise auch an kleinen Orten vorwärts. Es ist auch in der That Zeit! Ungarn. St. Nicolau den 22. September 1841. — Rosenberg, ein k. Marktflecken, 3 Stunden von hier und zu unserm Comitate gehörig, wollte sein altherkömmliches Recht oder vielmehr Unrecht auch nach den jüngsten Landtagsbeschlüssen behaupten, und verschloß den Juden seine Thore. Da ward es von unserm löbl. Magistrat nachdrücklich zur Nachachtung des Gesetzes aufgefordert; aber es appellirte an die k. Statthalterei, und diese — wer sollte es glauben — entschied gegen die Juden. Man beschuldigt den Vorstand einer unverzeihlichen Nachlässigkeit bei dieser Sache, da er auch seinerseits bei der Skatthalterei hätte einkommen sollen, was ihm auch mehrere Magistratualen anriethen. Auch würde vielleicht noch jetzt eine Petition an die Hofstelle vermittelst der Hofkammer ein anderes Resultat herbeiführen. So galt im k. Hradek, auch in unserm Comitate, ein altes gesetzliches Herkommen, den Juden von den höchst bedeutsamen kammeralischen Waldungen nur Brennholz zu verkaufen. Der sehr fanatisch gestimmte Präfekt handhabte das mit aller Strenge. Vergebens mochte bei ihm der achtbarste Jude um eine Assignation auf einige Bretter ansuchen, die der verworfenste Christ erhalten konnte. Besonders schmerzlich fühlten es die Holzhändler, die nach dem sehr beliebten Hradeker Holz lüstern waren; daher petitionirte der Vorstand 1838 bei der Statthalterei um Aufhebung dieser empörenden Beschränkung. Der Magistrat referirte seinerseits an dieselbe über die Rechtlichfeit der hiesigen Juden, und wie sehr wünschenswerlh es wäre, daß dieses Herkommen außer Wirkung gesetzt würde; aber die Statthalterei ließ es, vermuthlich auf Betrieb des Präfekten, in seiner Wirksamkeit. Da wandte man sich an die Hofkammer, welche es an die Hofstclle beorderte, und die Aufhebung, mit Ausnahme eines einzigen Punktes, erfolgte. Cs steht also auch in Bezug auf Rosenberg von der Hof-! stelle eine günstigere Entscheidung zu erhoffen, zumal da! Se. Majestät es verheißen, in einzelnen Fällen die gemach- I ten Concessionen zu erweitern, um wie viel mehr das Ge-! währte durchzuführen. — Einige Entschuldigung findet jej doch der Vorstand in der festen Zuversicht, die man aus I den nächsten Landtag setzt, daß er das rühmlich begonnene j Werk, wo nicht vollenden, doch weiter führen werde. Die > ungarische Nation strebt mit dem unermüdlichsten Eifer und! mit großem Erfolge, die letzten Spuren der alten Barbarei zu verwischen, und sich in die Reihe der civilisirtesten Nationen zu erheben, und sie sollte die gräßlichste Ausgeburt der Barbarei, die schmähliche Unterdrückung einer unschuldigen Volksklasse wegen ihres altehrwürdigen Glaubens, noch immer an ihrem Busen nährend Auch hat schon unsere Sache bei den von ihrer Religion und Vaterlandsliebe wahrhaft durchdrungenen Christen den Sieg errungen. Einen der edelsten, für Wahrheit und Recht begeistertsten Verfechter fand sie in dem sehr genialen Freiherrn von Eötvös. Dieser geistig wie politisch so hochgestellte Mann schämte sich nicht, den verachteten Juden eine Thräne des Mitleids zu weinen. O! diese eine Thräne, heißer Menschenliebe entquollen, träufelte Balsam auf tausend Wunden. Denn wahrlich! wir grämen uns nicht so sehr über die Ausschliessung von den heiligsten Menschenrechten an und für sich, als um die falschen Gründe, die man vorgiebt. Legt uns noch schwerere Lasten auf, stoßt uns noch weiter zurück, drückt uns noch tiefer, nur gesteht ein, daß dies das Recht

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