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Israelitische Annalen · 1841-10-01 · Heft 40 (1.10.1841) · p. Seite 314

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Journal
Israelitische Annalen
Volume
1841
Issue
Heft 40 (1.10.1841)
Date
1841-10-01
Page
Seite 314 (sequence 2)
Language
German
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314 sind. Israels ganze Wachsamkeit ist nöthig, um sich gegen die Artigkeit und gegen die scheinbare Theilnahme für unsre traurige Lage, welche an die Stelle der frühern Feindseligkeit getreten ist, zu schützen. Noch fehlt die Großherzigkeit, welche den Gegner schont. Mit andern Worten, das offenkundige Streben nach Bekehrung, das beständige Anreizen der Unwissenden unter uns, um sie dahin zu bringen, die Fahne eines Glaubens zu verlassen, unter welcher Israel und Juda siegten und rriumphirten, und unter deren Schutze sie eiiMfricdlich im Lande, das von Milch und Honig überfließt, wohnten, und welchem sie, zerrissen und zer- > rüttet und mit Füßen getreten, in Elend und Kummer stets anhänglich geblieben sind, werden täglich kecker. Wir bedürfen aller Energie, um ihren dreisten und listigen Angriffen zu widerstehen,! wenn wir wünschen, daß keiner Gott verlassen solle, wenn wir nicht verschlingen wollen die giftigen Trauben Sodoms und bie bittere Frucht Gomorrha's. Diese Versuchungen unserer Standhaftigkeit werden vom Almächtigen ohne Zweifel zugelaffen, in der Absicht uns zu prüfen, unsere Ausdauer in der Treue gegen ihn auf die Probe zu stellen. Möge Gott nicht unsre Wachsamkeit verringern im Bewahren des heiligen Feuers, welches stets auf dem Alrar brennen soll, wie im alten Tempel, niemals erlöschend, sondern immer von neuem gefüllt durch die Hand dienender und sorg-! famer Priester. „Ferne jedoch fei von mir die Absicht, euch, meine lieben Brüder und Schwestern im Glauben, eineGesinnung einzustößcn, welche im geringsten der Menschenliebe und dem allgemeinen Wohlwollen Abbruch, thäte, welche unsre Religion auf jeder Seite -aihmet. Ich wünsche nur eure Nachsicht, wenn ich euch die Augen öffne, die Natur der Gefahr zeige, und Nachweise, von wo sie kommt. Pflicht und Wahrheit blasen Lärm; soll die süße Stimme des Lächelns und duftende Höflichkeit den scharfen und warnenden Ton überhören lassen? Aber nicht ich brauchte zu kommen, Söhne und Töchter Juda's, um euch zu wecken, der Wächter, <Herr Leeser, welcher eine Schrift gegen die Proselytenmacherei herausgegeben harte) den ihr bestelltet, hat seine Pflicht gethan, und ihr seid vorbereitet, nicht zu kämpfen mit Erz und Stahl, nicht euch in glanzende Rüstung und Panzer zu werfen oder ein Schwert zu umgürren, oder ein Streitroß zu besteigen und euch in Kampfeslust herumzutummeln, nein, nur die Herzen der Einfalt und der Jugend zu behandeln, und ohne alle Streiterei in dem Kriege religiöser Controversen, durch sorgfältige Belehrung derselben in Gottes Wort und Gesetz offenkundig zu beweisen, daß ihr keinen Angriff fürchtet, „weil aus dem Munde der Kinder und Säuglinge Gott die Kraft verliehen, den Feind zu besiegen" und seine Pläne zu vereiteln. (Schluß folgt.) Skizzen über die israelitischen Zustande in England, vornehmlich in London. (Fortsetzung.) Programm des Vereins für jüdische (höhere) Bildung. „Die Errichtung eines Instituts in der City von London, in welchem die Jugend unsers Glaubens eine gesunde und freiere Erziehung nach religiösen Grundsätzen erhalten könne, und zugleich dem moralischen Einflüsse, welcher niemals seine Wirkung verfehlt, der väterlichen Oberaufsicht unterworfen bleibe, war schon lange ein fühlbares Bedürfniß. Kein vorhandenes Erziehungs-Institut, wie vortrefflich auch im Innern eingerichtet, kann dieselbe aufmerksame Beachtung der in den Zwischenzeiten, wenn nicht Lehrstunden sind, angenommenen Sitten darbieten, während diese Nebcnübungen andrerseits auf die Bildung des Charakters starken Einfluß üben. Bemerkungen dieser Art haben viele Eltern bewogen, Tag-Schulen vorzuziehen; allein bisher konnteü sie hierin keine vorsichtige Wahl treffen, sondern waren genöthigt, je nach der zufälligen Nähe, sich einer Anstalt in ihrer. Nachbarschaft zu bedienen, ohne Rücksicht auf den höchst wichtigen Punkt, die Fähigkeit des Lehrers zu seiner Aufgabe. Um diesem Uebel abzuhelfen, hat sich ein Verein gebildet, bestehend vornehmlich aus Eltern, welche durchdrungen sind von der Wichtigkeit, ihren Kindern unter ihrer eigenen Oberaufsicht die erforderliche sittliche und geistige Erziehung zu verschaffen, und zugleich zu einem Preise, welcher den der gewöhnlichen Tag - Schulen nicht überschreite. Diese Vortheile werden durch die von jüdischen Eltern im Allgemeinen zu erwartende Mitwirkung , und durch den Umstand, daß es hier keiner Fundirung bedarf, um so leichter gesichert.

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