Israelitische Annalen
- Journal
- Israelitische Annalen
- Volume
- 1841
- Issue
- Heft 40 (1.10.1841)
- Date
- 1841-10-01
- Page
- Seite 313 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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L October. Nr° 40. 1841. Israelitische Annalen. E in Centralblatt für Geschichte, Literatur und Gultur -er Israeliten aller Zeiten und Länder. Herausgegeben von Dr. I. M. Jost. Von diesen Annalen erscheint jeden Freitag ein ganzer Bogen; Preis des Jahrganges Rthlr. 3 —fi. S; man subscribirt bei allen löbl. Postämtern und in allen Buchhandlungen des Zn- und Auslandes. Amerika. SonntagSschule für Religions-Unterricht der Israeliten zu Philadelphia. «Fortsetzung). — Skizzen über die israelitischen Zustände in England,c. (Forts.). — DaS Berliner jüdische Seminarium. — Herzogthum Sachsen-Meiningen: Gesetzvorschläge. — Nachrichten und Correspondenzen: England: Smyrna-Collecte; Meeting wegen der Neuen Gemeinde; Frankreich: Reform; Friedhöfe; Breslau: Fränckel'scheS Hospital; Cour bei Sr. Maj. — Literatur: Luzzatto, Grabsteine. — Anzeigen. A m e t i I ö. Sonntagsschule für Religions-Unterricht der Israeliten zu Philadelphia. (Fortsetzung.) Herr Leeser erzählt dann weiter in seinem Berichte, wie das Beispiel der Gemeinde Philadelphia's sofort auf die zu New-Nork und Charleston eingewirkt habe, wo ebenfalls die Frauen die Oberaufsicht der Anstalt übernahmen, und die Spenden reichlich flössen. Ein so glücklicher Anfang war nicht bloß dort aufmunternd, sondern wirkte auf Philadelphia günstig zurück. Herr Leeser beendigte seine Elcmenrarbücher und hatte die Freude, ste bald eingeführt und mit Eifer benutzt zu sehen. Er erwähnt alsdann des schönen Erfolges, den die zweite Prüfung zeigt, deren Feier noch erhöhet ward durch die Anwesenheit des Herrn Nathan aus Kingston auf Jamaica, welcher mit seiner Gattin diese Gegenden zur Herstellung seiner Gesundheit besuchte. Derselbe ward ersucht, einen Vortrag zu halten, und sprach fich in diesem auf eine würdige Weise aus. Insbesondere eifert er stark gegen die Missionäre, welche unter dem Scheine der Menschenliebe sich in Familien eindrangen und die Jugend an sich zu ziehen suchen, (ein Verfahren, welches Die englische Gesellschaft lor promoiing Christianity amongst the Jews, so weit wir die Mitglieder und deren Aeußerungen kennen, nicht billigt, so sehr sie sich dazu bekennt, eifrig für Bekehrung der Juden zu wirken), wodurch nur Zerrüttung in die Familien gebracht wird, ohne daß die Kirche dabei an redlichen Bekennern gewinnt. Einige Stellen aus seiner Rede werden, obwohl etwas hyperbolisch, unfern Lesern nicht uninteressant erscheinen: „Vielleicht war niemals die Nothwendigkeit und Wichtigkeit solcher Schulen einleuchtender als gerade jetzt. Unsre Nation steht im Vordergrund des großen Gemäldes der Weltgeschichte als der älteste, hervortretendste und überragendste Gegenstand: Einige, die vor Zeiten in allem Licht-Glanz und in Fülle der Färbung uns verdunkelten und beschatteten, sind durch die tilgende Hand der Zeit verschwunden, andere wurden geändert und umgewandelt und behielten kaum noch eine Spur ihres ehemaligen Charakters, während wir geblieben sind, fahl geworden allerdings in der Färbung, gebleicht durch Alterthum, aber immer noch scharf im Umriß, in denselben Verhältnissen und in derselben Klarheit, wie sehr auch beständig gewaltsame Versuche gemacht worden, unsre starken Linien und Züge zu verändern und zu entstellen. „Aber was die Gewalt nicht zu bewirken vermochte, kann die Lift vielleicht ausführen. Die Gefahr ist darum nicht minder drohend, wenn auch die feindlichen Waffen und der Feind selbst verborgen