Israelitische Annalen
- Journal
- Israelitische Annalen
- Volume
- 1841
- Issue
- Heft 39 (24.9.1841)
- Date
- 1841-09-24
- Page
- Seite 308 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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308 im verwicheneu Jahre, Mr. Aaron Asher Goldsrpid. — AngesteUt sind an diesen Schulen nur je 2 Lehrer und resp. Lehrerinnen; wahrlich zu schwere Arbeit für so wenige Personen, obwohl man sich aller Erleichterungen der Gegenseitigkeits-Methode bedient. — In dem Bericht ist der Wunsch geäußert worden, daß eine Kleinkinderschule (lokaat-ScdooI) errichtet werden möchte. Es bedurfte nur dieser schwachen Anregung, um sofort eine Anstalt dieser Art in's Leben zu rufen. Alsbald traten die angesehensten Frauen (18) zu einem Verein zusammen, welchem sich die als Uebersetzerin der vr. Salom on'schen Predigten bekannte geistreiche Dame, Miß Anna Goldsmid, mit besonderem Eifer anschloß, deren Bruder, der würdige Jurist Francis H. Goldsmid, das Präsidium in dem Comite der Anstalt führt, das gegen 40 Mitglieder zählt. Ein Anregungswort, geschrieben von dem Secretär des Comire's, Mr. Walther Josephs (Sohn unsers hochbejahrten Correspondenten Mr. Josephs, des Veteranen der hebräischen Sprache in London und noch rüstigen Beförderers der Wissenschaft und Bildung) fand allgemeinen Anklang, und das um so mehr, als man wahrgenommen hatte, daß die Proselytenmacherei sich der Kleinkinderschulen in der Nähe der jüdischen Armen-Straßen eigends zu dem Zwecke bedient, den Kindern frühzeitig andere Glaubenslehren beizubringcn, und als ein diesseitiger kleiner Versuch, solch eine Kinderschule einzurichten, bereits sehr guten Erfolg harre. An der Spitze der Contribuenten finden wir die würdige Gattin des nunmehr zum Baroner erhobenen Sir Jsaac L. Goldsmid, mir 50 Lst., ihren Sohn nebst andern mit je SO u.s. f. Am 1. Juni dieses Jahres waren bereits 500 Lst. vorhanden und jährliche Zusagen von 800 Lst. — Bald wird also auch diese Anstalt in voller Thätigkeit daftehen. Eine andere Anstalt, und zw'ar für die wohlhabenderen Klassen, ist gegenwärtig im Werden. So wie andere Erziehungsvereine, meist aus kirchlichen Gründen, in London und England bestehen, so hat sich auch unter den Juden (wie es scheint, vornehmlich um der Proselytenmacherei entgegen zu arbeiten) eine Jewish Educational association gebildet, welche unterm 8. Juli d. I. folgendes Programm erlassen hat. (Fortsetzung folgt.) Mittheilungen aus dem Nafsauischen. Don B. Höchstädter, ReligionSIehrer und Prediger. (Schluß.) So wird in Betreff der bisher geltend gewesenen judenfeindlichen Anastasianischen Gesetze von Seiten des Landstands-Präsidenten, Herrn Domcapitularius Schütz, die Frage für die Abschaffung desselben gestellt, und von sämmtlichen Deputirten mit einem einstimmigen „Ja" beantwortet. Ebenso befindet sich Seite 28V der landesherrliche Gesetzentwurf und Seite 281 der Bericht des ständischen Specialausschusses hierüber, welche Auszüge wir, da das in Folge dieser Verhandlung seitdem erschienene landesherrliche Edikt in diesen „Annalen" bereits mitgelheilt ist, füglich umgehen können. Seite 263 befindet sich bei der Rechnungsablage der Staatseinnahmen auch die unter Kap. vn stehende Rubrik: „Iudensteuern," nach welcher dieselben bisher jährlich 9700 Gulden ein trugen. Bei dieser Gelegenheit will ich Ihnen zugleich aus einem gedruckten Schreiben, welches die Herzog!. Landesregierung Anfangs dieses an alle ihre untergebenen Distrikts¬ und Lokalbehörden über die gedeihlichen Folgen der bisherigen Landesverwaltung ergehen ließ—das den jüdischen Cultus Betreffende (Seite 6, § 2. rv) mittheilen: „Für den jüdischen Gottesdienst sind neue Synagogen erbaut worden zu Wiesbaden, Ems, Höchst, Weyer, Heddernheim und Bieberich, und eine für diesen Gottesdienst entworfene und genehmigte Ordnung mit Predigt in deutscher Sprache, so wie ein zweckmäßiges Religionslehrbuch werden nach und nach von andern jüdischen Gemeinden angenommen. Die Lehrer der jüdischen Religion werden vor der Zulassung zum Dienste über ihre Fähigkeit dazu geprüft." Auszügliche Mittheilung der erwähnten Cultusordnungen — mit deren Entwürfe ich bald nach meiner Anstellung von Seiten Hoher Landesregierung beauftragt war — werde ich Ihnen demnächst mittheilen; so wie gegenwärtig an einem allgemeinen „Handbuche für die israelitischen Religionslehrer im Lande gearbeitet wird. — Sicherm Vernehmen nach schreitet gegenwärtig auch die Herzogliche Landesregierung an die früher schon angedeutete Vereinbarung der Armenkassen aller Confesstonen; welche Einrichtung den nicht in der Residenzstadt wohnenden — um so mehr zu Statten kömmt, als sie Hierlands in Gemeinden von kaum 10 Familien allenthalben zerstreut leben, und wenn auch gerade nicht mittellos, doch im Durchschnitte nicht sehr reich sind; weswegen sich bisher in Verarmungs- und Krankheitsfällen nicht selten einzelne Personen wie ganze Familien von aller Hülfe entblößt und verlassen sahen. Eben so wurde in Folge meiner Memoria den sogenannten Iudeneid betreffend (welche bereits in Ihren diesjährigen Annalen Nr. 20 ff. veröffentlicht ist) auf Anordnung des hohen Staatsministeriums von Seiten der Herzog!. Landesregierung ein sehr humaner Gesetzen!-