Israelitische Annalen
- Journal
- Israelitische Annalen
- Volume
- 1841
- Issue
- Heft 38 (17.9.1841)
- Date
- 1841-09-17
- Page
- Seite 301 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 88% known words query
- IRI
…/3133765-3133874-3133913--1312-3135547- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
301 Erkennung ausgesprochen. — Mögen ähnliche Anstalten sich durch solches Beispiel zur gleichen Theilnahme veranlaßt finden! Amsterdam, 23. August 1841. — Es freut mich. Ihnen folgende Berichte mittheilen zu können: Zn der ersten Hälfte d. M. war hier so wohl die Commission zur Prüfung der Religionslehrer (Präsident vr. Heilbron, Sekretär H. Mulder) als das Collegium zur Prüfung der Rabbinats-Aspiranten (aus? Rabbinen und 6 Laien bestehend) versammelt, und sind unter andern einige Studirende vom Nieder!. Israelit. Seminarium als Religionslehrer, einer als Magid Mischne, zwei als Magidim Thalmudi und einer (I. M. Content) als Rabbinal- Aspirant im wissenschaftlichen Fache admittirt. Letztbenannter zeigte besonders gründliche Kenntniß der allgemeinen Geschichte und Geographie, Anfangsgründe der Geometrie und Algebra, gute Fortschritte in der Homiletik u. s. w. Es versteht sich, daß Thalmud-Studium, hebräische Sprachlehre und Bibelkenntniß Haupterfordernisse sind. Alle diese Prüfungen, worüber die Eraminatoren ihre große Zufriedenheit bezeugten, waren nicht für das größere Publikum geeignet; bocfy am 18. d. M. hielt das Nieder!. Israel. Scminarium eine öffentliche Sitzung, nicht so sehr um Bericht von seiner Thätigkcit zu geben, als sich über den Zweck dieser Stiftung deutlich auszusprechen, und einige Studikende Proben von geistlichen Vorträgen in der Landessprache ablegen zu lassen. Auf Anfrage der Direction hatten die d6 plaisir inexprimable^ vous le saurez plus tard, ces annees si calmes, et si paisibles, malgre quelques petits orages, et l’on est Iiereux, quand on peut, daus Tilge j mür, reporter sa pensee sur une noble actiou, que l’on a kalte enfant, et qui fait battre notre coeur d’homme. j Vous venez mes jeunes arnis, de vous preparer pour toute votre vie un delicieux souvenir. Votre subscription aux ecoles Israelites d’Alexandrie et de Caire est uue noble action; eile denote dans vos ämes le gerne de la plus aimable vertu: la Bienfaisance. Cette vertu se revele en vous, par l’heureuse Sympathie que vous inspirent de pauvres enfants, nes, conime vous, daus la loi de Moi'se, accables sous le poids d une humiliante degradation, a laquelle les bienfaits de l’instruction peuvent seules mettre un terme. Vous grandirez, mes chers enfants, pour la joie de nos familles, pour l’honneur de la societej car vous, qui comprenez si bien pour les autres le prix de l’educntion, vous eu profiterez avec ardeur pour vous-memes. Bien jeunes encore, nos genereux sentiments sont une preuve nouvelle de Tinjustice du prejuge, qui pese sur les Juifs dans laut de contrees diverses$ devenus hommes, vos ell'orts eclaires seront un appui nouveau pour cette cause de l’emancipation des Juifs, dont le tiiomphe ne saurait tarder long-temps encore, puisque les enfants meine font entendre en sa faveur de si touchantes protestations. Je vous envoie, mes chers enfants, l’expression de mon affection, devouee. Ad. Crtmieux. Staatsregierung und Curatoren des Athenaeum Dlustre bereitwilligst den Gebrauch des großen Saales im Gebäude des Athenaeum zu diesem Zwecke erlaubt. (Ein Beweis von Toleranz, die den Behörden zur Ehre gereicht.) Der Präsident der Curatoren, Herr Gerichtspräsident von Hall, beehrte die Feierlichkeit mit seiner Gegenwart. Auch befanden sich dabei verschiedene Professoren des Athenäums, der Rector des Gymnasiums, protestantische und katholische Geistliche; auch einige Oberrabbiner, die Dajanim u. s. w., wie auch Herr Hirsch Lehren, dessen Erscheinen hier nicht mit Stillschweigen übergangen werden darf. — Von der Hauptcommission war kein Mitglied da. — Herr Advokat Lippmann, Mit-Oirector des Scminariums, trat als Sprecher auf, und führie mit glänzender Beredsamkeit den Beweis, daß das „Niederländische" — „Israelitische"— „Seminarium" diesem dreifachen Namen entspreche; nämlich daß es eine Israelitische Stiftung sei, und den strengsten Forderungen der so vielfach verkannten israelitischen Religion Genüge leisten werde; baß es auch ein Niederländisches Institut sei und die Israeliten, unbeschadet ihrer Erinnerungen und Verheißungen, so gut, ja besser als manche andere Religionssecten, die Pflichten als Staatsbürger erkennen und beobachten, besonders gegen den Staat, der sie so gastfrei ausgenommen, und ihnen hernach gleiche Rechte, im ausgebreiteten Sinne, wie allen Bürgern gewährt hatte. Endlich, daß es wirklich ein Seminar ober Pflanzschule für angehende Theologen sei, worin nicht allein die theologischen, sondern alle dem gebildeten Menschen nöthige Wissenschaften gelehrt werden. Von den verschiedenen Gegenständen des Unterrichts hätten die Zöglinge vor wenigen Tagen sehr genügende Proben im Eramen gegeben; jetzt wolle man bloß durch einen kleinen Versuch zeigen, baß verschiedene derselben auch einige, obschon noch geringe Fähigkeit, als Kanzelredner erworben halten. — Hierauf traten die Studenten I. S. Hirsch, I. S. Hillesum und Z. M. Content, jeder mit einem kurzen Vortrag auf, in deren jedem ein anderer Bibelvers zum Grunde gelegt, doch immer das Thema „die Vereinigung der Wissenschaften mit dem Religionsstuduun" verarbeitet war. Diese Vorträge, obwohl noch unvollkommene Versuche, erhielten gerechten steigenden Beifall, und gaben günstigen Hoffnungen Raum. Herr Lippmann redete nun die drei Jünglinge an, legte ihnen ihre Pflichten an's Herz und äußerte zum Beschluß, daß die öffentlichen Predigten in der Landessprache jetzt zur Ausführung kommen, und das heute gegebene Beispiel nicht verloren gehen werde. — Wirklich hat dieser erste Versuch liefen Eindruck gemacht und viele Erwartungen der Gutgesinnten aufgeregt. — Mögen dieselben bald erfüllt werden! •# Am Abend desselben Tages fand eine andere Feierlichkeit statt, in einer Stiftung, die jetzt schon ihrer Bestimmung ganz entspricht, aber auch mehr das materielle Wohlsein zum Zwecke hat, nämlich die Anstalt für Kranke und für alte Leute hiesiger Gemeinde, worin unter den Contribuirenben jährlich um das Vorrechtgelooset wird, ei-