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Israelitische Annalen · 1841-09-10 · Heft 37 (10.9.1841) · p. Seite 292

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Journal
Israelitische Annalen
Volume
1841
Issue
Heft 37 (10.9.1841)
Date
1841-09-10
Page
Seite 292 (sequence 4)
Language
German
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292 unter uns heftig lodert, wenn die Bande der Freundschaft zerrissen und die wildesten Leidenschaften in Thätigkeit sind, können wir, dürfen wir erwarten, daß bei dem höchst bittern und stets eigensinnigen Gefühl der Sectirerei, die verschiedenen Partheien, in welche ein Schisma uns nothwendig zertheilt, je wieder herzlich im Verein wirken werden, oder daß eine derselben Kraft genug haben werde, dem Druck von Außen zu widerstehen, -er je schwächer unser gemeinsamer Widerstand wird, desto stärker andringt? Wir sagen die verschiedenen Partheien, denn denken wir ja nicht, daß, sobald die Trennung erfolgt ist, nicht noch zahlreiche weitere Theilungen entstehen werden. Seien wir nicht blind gegen das, was um uns her vorgehr, und wir werden bald die unvermeidlichen Wirkungen eines Schisma sehen, und der Aufstellung des menschlichen Verstandes und Rathes als geeignete Richter über religiöse Wahrheiten. Wir werden sehen, wie zahlreiche Secten einander bekämpfen und bekriegen und in nichts übereinftimmen werden, außer in gegenseitiger Anfeindung, Herabwürdigung und Verfolgung! Und ist dies ein Muster, welchem Israel folgen soll? Ist dies ein wünschenswerther Zustand, oder ein genügender Grund, die Verkündigung (Siehe, das Volk ruht allein und wird nicht unter die Völker gerechnet, Num. XXVI) zu verfälschen? Höchst weise verfuhren unsre Gelehrten der alten Zeit. Sie kannten und fühlten die unvermeidlichen Wirkungen eines Schisma in einer religiösen Gemeinde, wie die unsre. Daher erklärten sie unter der Leitung der göttlichen Weisheit: „Macht einen Zaun um das Gesetz!" Dieser Zaun hat nun nicht weniger als 20 Jahrhunderte gestanden. Die Zeit hat dessen Nützlichkeit nicht vermindert, das Unglück hat seine Wirksamkeit nicht geschwächt, und das Glück kann seinen Schutz nicht entbehrlich machen. Bedenken wir uns daher lange, ehe wir eine Neuerung zulassen, ehe wir gestatten, mit dreister Hand diesen Zaun abzubrechen, welcher geheiligt ist durch die Verehrung der Jahrhunderte, und noch mehr durch die Autorität derer, die ihn errichtet haben. Bedenken wir uns, ehe wir die Piloten verlassen, die uns in Stand setzten, dem Sturm zu trotzen, wie sehr auch das Unwetter der Verfolgung gegen uns wüthete, und der Fanatismus mit wildem Gebraust um unsre Ohren heulte; — bedenken wir uns, ehe wir diese treuen und versuchten Piloten verlassen, um uns der Führung anderer zu überlassen, welche selbst bei den besten Absichten doch nicht Erfahrung genug besitzen, um unser Vertrauen anzusprechen, und welche sicherlich keinen Auftrag von oben Nachweisen können, um ihre Neuerungen zu begründen. Aus allem hier Gesagten geht klar hervor, daß Ihrer geehrten Versammlung eine ernste Pflicht obliegt, und daß der künftige Friede und das Heil Israels großen Theils von den Maßregeln abhangen wird, die Sie jetzt treffen werden. Wir ersuchen demnächst Ihre Versammlung inftandigft, den oben erwähnten Gerüchten näher nachforschen zu lassen. Sollten sich dieselben als ungegründet erweisen, so werden Sie den Besorglichen vergeben, deren Eifer für den Glauben unsrer Väter sie bewogen hat, dem Beispiele Josua's und der Häupter Israels zu folgen, und, wie sie, dem Hörensagen ein Gewicht beizulegen. Wenn aber unglücklicherweise jene Gerüchte sich als wahr Herausstellen, dann lassen Sie uns Beistand und Rath demüthigft von Gott erbitten, und Nachdenken und erwägen, was uns jetzt i zu ihun obliege, und zwar mit den Worten der heil. Schrift bei einer andern traurigen Gelegenheit: „Jetzt Ihr alle, Kinder Israels, gebt Rath und verständiges Wort in dieser Sache!" Möge der, welcher in seinen hohen Himmeln Frieden schafft, auch Frieden, Einigkeit und brüderliche Liebe euch und ganz Israel verleihen, und möge sein Ruhm und das Heil seines Volkes euer Ende und Ziel sein. In Wort und That verbleiben wir rc. I. Hirschel, Oberrabbi. David Meldola. 5. Bury Court, City. — 19. Jjar 5601. (10. Mai 1841.) (Forts, folgt.) Frankreich. Reformationsvorfchläge des Herrn Gerson Levy zu Metz. Der 6ourrier de la Moselle bietet noch immer einen Theil seiner Spalten zum Schlachtfeld für israelitische Reformen dar. Diese Art der Oeffentlichkeit wird häufig zu allzuflüchtigen Herausforderungen gemißbraucht. Solche Kämpfe lassen wir unbeachtet, so lange nicht ein wesentlicher Gegenstand die Veranlassung giebt. Neuerdings aber hat ein unbesonnener Angriff auf den rühmlich bekannten Herrn Gerson Levy, welcher in einer Versammlung von sehr achtbaren Mitbürgern einige wichtige Vorschläge zu Verbesserungen

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