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Israelitische Annalen · 1841-09-03 · Heft 36 (3.9.1841) · p. Seite 287

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Journal
Israelitische Annalen
Volume
1841
Issue
Heft 36 (3.9.1841)
Date
1841-09-03
Page
Seite 287 (sequence 7)
Language
German
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287 also ein mäßiges Sümmchen zur Schulkondirung durch gewissenhafte Repartition zusammengebracht werden, zumal von unserm löbl. Magistrate alle Unterstützung zu erwarten ist: aber unser Vorstand verkennt seine Aufgabe ganz und gar. — Um so rühmlicherer Erwähnung verdienen aber die Herren Moritz Wallisch, Adolph Bacher undMoritz Diner, die sprechende und klingende Beweise ihrer bessern Bildung gaben. — Am 28. Tamus verschied der Rabbiner zn Ujhely, R. Moses Teutelbaum, in einem hohen Greisenalter. Eine unpartheiische historische Skizze über diesen, durch langgedauerten und weitverbreiteten *) großen ' Einfluß, durch tiefes Gemüth und glühende Imagination merkwürdigen Mann wäre nicht uninteressant. — Dem Beispiele Preßburgs folgend, setzte man ihm seinen Sohn zum Nachfolger. So werben die ersten Stellen mit Leuten besetzt, die von der Aufgabe des Rabbiners überhaupt und besonders in unsrer so bewegten Zeit nicht die geringste Ahnung haben! Zudem sind solche geborene Rabbiner meistens ihren Vätern an Geist und Charakter ganz unähnlich, und dies schon deshalb, weil die ältern Rabbiner es unter ihrer Würde halten, auch keine Zeit zu haben glauben, sich mit der Erziehung ihrer Kinder abzugeben, woher die Verwahrlosung und Ungerathenbeit der Rabbinenkinder zum Sprüchwort geworden ist. Der Rabbiner zu Ujhely gehört noch dazu einer der verkehrtesten chasidischen Sekten an, die ihre Zeit mit Händeklatschen und Branntweintrinken hinbringt. Solche Beispiele, von den ersten Gemeinden gegeben, sind höchst betrübend und von den verderblichsten Folgen. Vor allen andern Ländern war man in Ungarn von jeher bemüht, die Rabbinerwürde nur dem Verdientesten und Würdigsten zu verleihen, und in Ermangelung Einheimischer die berühmtesten Ausländer zu berufen. Nun aber drohen Schrecken über uns hereinzubrechen, ,,die unsre Väter nicht fürchteten," nämlich die einer erblichen Hierarchie! Genannte Gemeinden sind um so tadelnswerther, als in ihnen die Keime der höhern Bildung schon vielfach Wurzel schlugen, und die dem Rabbinen zu stellenden hohen Forderungen erkannt werden, und man sich nur von den Bitten der auf dem Todtbett Liegenden zum Handgelöbniß hinreißen ließ. Einem sterbenden Vater möchte solche heillose Zärtlichkeit nicht sehr verargt werden; aber Männer, denen ein Gemeinwesen anvertraut ist, sollten wohl den verehrten Hinscheidenden die herzlichsten Thränen weinen, aber nicht ganze Generationen aufopfern! B. M. Nachrichten aus Württemberg. (Verspätet.) Stuttgart im Mai. — Dieser Tage erschienen, wie dies alle Jahr zu geschehen pflegt, im Regierungsblatt „die Ergebnisse der Rechnung der israelitischen Central- Kirchen-Kasse pro 1839 — 40." Seitens der K. isr. Oberkirchenbehörde. Nachdem über Enkstehungsweise, Zweck und Verwaltungsform der israelitischen Central-Kirchen- Kasse auf die früheren deßfallsigen Bekanntmachungen verwiesen worden, und nach, von der Königlichen Öberrechnungskammer vorgenommencr Prüfung und Abhör, werden nundie Rechnungsergebnisse folgender Weise bargestellt. Einnahmen. A. Reste: Kassenbestand am 30. Juni 1839: 1121 fl. 8 kr. 2) Activ-Ausstände 491 fl. 28/^ kr. 3) Ersatzposten 118 fl. 53 kr. B. Vom Grundstock 1) abgelöstte und verwiesene Kapitalien 4925 fl. 42 kr. C. 1) Kapitalzinse 1273 fl. 22 kr. 2) Personalsteuer, nach Abzug des den israelitischen Kirchengemeinden für ihre örtlichen Fonds zugewiescnen Antheils (mit 3003 fl. 47'/, kr.) 5081 fl. 57 kr. 3) Beiträge der israelitischen Kirchengemeinden zu den Rabbinatsbesoldungen 3257 fl. 18'/, kr. Strafen, 63 fl. Zuschuß der K. Staatshauptkasse 3000 fl. Summe der Einnahmen 19332 fl. 49% kr. Ausgaben. a. Reste: 1) Ersatzposten 15 fl. 48 kr. 2) Abgang *) Selbst Herr H. Lehren in Amsterdam ließ sich erst unlängst durch einen hiesigen Verwandten mehrere Kemeoth von ihm einsenden. und Nachlaß 14 fl. 27 kr. B. vom Grundstock hingeliehene Kapitalien. 6. Laufendes. I. Aufsichts- und Perwaltungskosten. 1) Besoldungen 1873 fl. 12 kr. 2) Einzugsgebühr von der Personalsteuer 206 fl. 56 kr. 3) Schreibmaterialien- Entschädigungen 33 fl. 4) Inventurstücke 43 fl. 43 kr. 5) Buchdrucker- und Buchbinderkosten 118 fl. 39 kr. 6) Postporto und Botenlöhne für die Central-Kasse 29 fl. 57 kr. II. Allgemeine Ausgaben: 1) Rabbinatsbesoldungen 6481 fl. 10 kr. 2) Unterstützungen an vormalige Rabbinen »,** Vorsänger 1590 fl. 3) Reisekosten - Entschädigungen an die Bezirks-Rabbinen 1178 fl. 48 kr. 5) Unterstützungen an arme Radbinats- und Schulamtszöglinge 610 fl. 6) Unterstützungen an arme israelitische Gewerbslehrlinge 1775 fl. 34 kr. 7) Beiträge zur Armenversorgung 56 fl. 6 kr. 8) Außerordentliche Ausgaben 810 fl. 58 kr. (siehe unten). Steuern 49 fl. 24 kr. Summe der Ausgaben 18780 fl. 46 kr. Hienach die Einnahme mehr als die Ausgabe um 552 fl. 3'/z kr., welche sich als Kassendestand auf den 30. Juni 1840 vorfanden. Darstellung des Fonds. Am 30. Juni (1. August) 1840 betrug das Vermögen des israelitischen Central - Kirchenfonds 50596 fl. 18 kr. Am 30. Juni 1839 hatte es betragen 51100 fl. 50 kr. und hat mithin im Verwaltungsjahr 1839 — 40 abgenommen um 504 fl. 32 kr., welche Abnahme lediglich in der in diesem Jahr vorgekommenen außerordentlichen Ausgabe von 810 fl. ihren Grund hat, welche zu dem der Kasse größtentheils wieder ersetzt werden soll." Bei diesen großen Ausgaben steht zu erwarten, baß von unserer Staatsregierung für den israelitischen Kultus bei der nächsten Lüänbe-Versammlung eine größere Betragssumme des Staats erigirt und von den Ständen wie früher genehmigt werden wird. W. Marburg im August 1841. — Ueber das israelitische Schulwesen der Provinz O b erhessen. Wenn die Blüthe des Schulwesens überhaupt wesentlich durch die drei Factoren, nämlich 1) durch Heranziehen tüchtiger Subjecte zum Lehrfache; 2) durchweinen gediegenen, Herz und Geist gleichmäßig in Anspruch nehmenden Unterricht; 3) durch eine angemessene Beaufsichtigung und Unterstützung derer, welche sich dem Lehrfache widmen wollen; — bedingt erscheint, so kann von dem Zustande des Schulwesens der Provinz Oberhessen nur Rühmliches berichtet werden. In ersterer Beziehung richtet nämlich der Herr Provinzialrabdiner Gosen bei den Schulprüfungen, die er bei den Inspectionen der öffentlichen Religionsschulen der Provinz vornimmt, seine besondere Aufmerksamkeit auf die Fähigkeiten, welche bei den Schulknaden sich zeigt, und sucht alsdann die vorzüglichsten unter den Aermercn für das Schulfach zu gewinnen. In der gedachten zweiten Beziehung, ertheilt derselbe Herr Rabbiner den Schulamtscandidaten in den nothwendigen Ritualien Unterricht, und noch mehr, die hiesigen Herrn Universitätslehrer, worunter namentlich die Herrn Professoren Iusti, Bayerhoffer, Rehm, Hupfeld, Herrmann, Koch, Müller und Rudino.gehören, gestatten den Zöglingen freien Zutritt in ihren Vorlesungen. Da nun die Vorlesungen auf die verschiedenen Fächer, wodurch eine recht wirksame Humanität erzielt wird, nämlich auf die Disciplinen der alttestamentlichen Eregese und Sprachsünde, der verschiedenen Theile der Philosophie, Pädagogik, Geschichte, Logik, und Geschichte der Philosophie, so wie der Alterthumskunde sich beziehen, so wird dadurch die Möglichkeit einer umfassenden gründlichen Bildung den einzelnen Schulaspiranten gegeben. Was nun endlich den dritten und letzten Grund, die Beaufsichtigung und Unterstützung der Schulamtsbeflissenen nämlich betrifft, so werden dieselben, sobald sie die Schule verlassen haben, auf Kosten der Provinzialschulcasse, welche von dem hiesigen Vorsteheramte, unter Aufsicht der Kurfürstlichen Regierung dahier verwaltet wird, unterrichtet. Die Unterstützungen werden in der Regel halbjährig, je nachdem die Zöglinge Beweise ihres Fleißes und ihrer Fortschritte bei den Mitgliedern des Vorsteheramts, den Herrn

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