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Israelitische Annalen · 1841-08-20 · Heft 34 (20.8.1841) · p. Seite 269

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Journal
Israelitische Annalen
Volume
1841
Issue
Heft 34 (20.8.1841)
Date
1841-08-20
Page
Seite 269 (sequence 5)
Language
German
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269 licher, die Armen als solche zu unterstützen, als zum Aufbau der Ruinen mitzuwirken, und die Mittel, durch welche das Leben erhalten werden soll, auf Steine zu verwenden. Diese Meinung, welche anscheinend manches für sich hat, theilen wir nicht, selbst wenn die Lokalitäten ganz entbehrlich wären. Uns scheint es nämlich wesentlich wichtig, den Juden, namentlich da, wo sie größtentheils noch als herumziehende Bettler eine armselige Existenz hinschleppen, Grund und Boden zu verschaffen, sogar wenn dies auf Kosten ihrer persönliche» Unterstützung geschieht. Denn eine größere Wohlthat kann man diesen Armen nicht erweisen, als indem man sie für eine bleibende Stätte gewinnt, wo sie, wenn ihnen die Mildthätigkeit wieder reichlich zufließt, allmählich sich daran gewöhnen, eine stehende Erwerbsthätigkeit zu suchen, die man im Herumziehen niemals ausüben kann. Nichts ist auch der Sittlichkeit nachtheiliger, als das Bewußtsein, bci'm traurigen Müßiggänge doch unterstützt zu werden. Das ist die falsche Mildthätigkeit, welche einzig und allein den Norhstand vor Augen hat, und nicht zugleich darauf sinnt, durch alle ihr zu Gebote stehenden Mittel dessen Quellen zu verstopfen. Die erste Quelle ist aber das Pilgerleben, welchem man ein Ziel zu setzen suchen muß, und das erste Mittel dazu ist Grundbesitz. Von da aus wird man im Stande sein durch allerlei vorzuschlagende Anstalten die Armen für gewisse Thätigkeiten zu gewinnen, und sie dahin zu bringen, daß sic sich selbst ernähren, und aus verachteten und lästigen Bettlern zu achtbaren Bürgern umgeschaffen werden. Schon einmal ist die Idee von Sir Moses Montefiore angeregt worden, in Palästina Fabriken zu errichten, und die müßige Menge nützlich zu beschäftigen. Wollte Gott, ein solcher Plan käme zu Stande! Da würden die Armen - Comite's größern Segen verbreiten und sich selbst höhere Verdienste um die Menschheit erwerben, als mit allen noch so edelmüthig gespendeten Almosengaben! Aus diesem Grunde und zur Vorbereitung einer solchen Zeit halten wir es für zweckmäßig, daß man den Erwerb des Grundbesitzes auf alle Weise befördere, aber wir wünschten, daß alle edeln Vereine vorzugsweise dabei nicht die an sich minderbedeutende Errichtung eines Schulhauses oder einer Synagoge, sondern vielmehr den wahrhaft segenreichen Zweck, das Volk zur Standigkeit zu gewöhnen, und gemeinnützige Thätigkeit in demselben einheimisch zu machen, im Auge behielten. Dazu ist aber vor allem klare und ruhige gegenseitige Verständigung erforderlich, und die Beseitigung aller und jeder Willkühr in den Anordnungen. Die Verhältnisse der Gegenwart sind zur Hervorbringung besserer Zustände in Palästina ganz besonders günstig, und wir sind überzeugt, daß die Consulate der verschiedenen Regierungen mit Freuden die Hand bieten werden, allen wahrhaft wohlthätigen Werken kräftigen Vorschub zu leisten. Die Stellung der Frauen bei den alten Hebräern. Eine archäologische Skizze von Dr. 3. Lev. '&aalfd)ü% in Königsberg. (Schluß.) In der glänzenden Periode Davld's traten die Frauen gleichfalls mannichfach bedeutsam auf. Ein eigner Anblick bietet sich uns in dieser Beziehung dar, da David von dem Siege über Goliath mit dem Heere heimkehret. Die Frauen aus allen Städten Israels kamen nämlich, nach 1. Sam. 18, dem Heere und Saul entgegen. Sie führten unter der üblichen Begleitung von Aduphen und Triangeln fröhliche Reigen und Gesänge auf, in welchen letztem es hieß: „Saul schlägt seine Tausende, David seine Myriaden." Sie waren kühn genug, das Urtheil des Volkes auszusprechen, und man durfte es ihnen nicht wehren, sie erkannten einem jungen Hirten vor dem Könige freimüthig den Preis der Tapferkeit zu. Und daß diese Lieder der Frauen nicht unbeachtet verklangen, ja welcher Werth auf ihr Urtheil gelegt ward (man vergleiche, was Plutarch von den Frauen Sparta's erzählt), geht aus der unmittelbar folgenden Bemerkung hervor, V. 8: „Dies verdroß den Saul sehr und der Vorfall war ihm ärgerlich, er sprach: Sie gaben dem David Myriaden und mir gaben sie Tausende; nun fehlt ihm nur noch die Krone! Und Saul sah den David von dem Tage mit neidischen Augen an." Doll Unmuths warf er die Lanze nach ihm, da der Jüngling wieder die Harfe vor ihm spielte, und so legte jenes Ereigniß den Grund zu dem nachhaltigen Hasse Saul's gegen David, der nur. mit dem Tode des erstem endigte. Zugleich zeigt uns diese Erzählung wieder, wie die Frauen an allen öffentlichen Ereignissen im Volke begeistert Theil nahmen, und daß diese schöne Sitte seit dem Auszuge aus Aegypten sich noch nicht verändert hatte. Auch Psalm 68 bestätigt, wie keine Festlichkeit gefeiert wurde, ohne daß die Frauen mit zugezogen worden, indem es daselbst V. 25 ff. von einem feierlichen Zuge heißet: Man schauet deinen Einzug, Gott! Den Einzug meines Gottes,

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