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Israelitische Annalen · 1841-08-20 · Heft 34 (20.8.1841) · p. Seite 268

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Journal
Israelitische Annalen
Volume
1841
Issue
Heft 34 (20.8.1841)
Date
1841-08-20
Page
Seite 268 (sequence 4)
Language
German
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268 dürfte endlich auch den noch immer vorherrschenden einseitigen Rücksichten bei der Wahl eines Rabbiners ein Gegengewicht schaffen, die Familienväter zu besonnener« und gewissenhaftern Wählern und strenger« Richtern machen, und jedenfalls verhüten, daß wir nicht wieder die Kränkung und die Schande erleben, einen Mann den Rabbinenftuhl besteigen zu sehen, der das geringste Schulamt zu bekleiden unfähig wäre. Mtennräßige Darstellung, betreffend die frommen Spenden für die vier heiligen Städte. (Schluß.) Der Hauptgrund des eingetretenen Mißverständnisses scheint vorzugsweise darin zu liegen, daß der mehrerwähntc Salmon in Jerusalem einige Widersacher fand, die sein Wirken in ein gehässiges Licht stellten. Was ihm zum Vorwurfe gemacht worden, ist uns nicht klar; aber ein Dokument liegt vor uns, welches die Thatsache beurkundet, daß man ihn verleumdet hatte. Im Anfänge des Cheschwan 600 (Dec. 1839) versammelten sich nämlich mehrere Vorsteher und Rabbinen der deutschen Gemeinde und zogen dazu noch mehrere Rabbinen der Sephardim, um über die dem Salmon zur Last gelegten Thatsachen einen Akt aufzunehmen, und die seit drei Jahren gegen ihn laut gewordenen Reden näher zu untersuchen und die wieder ihn erhobenen Klagen entweder anzuerkennen oder für allemal zum Schweigen zu bringen. Sie beriefen zu diesem Ende all und jeden, welcher mit dem Salmon bekannt sein mochte, und beschworen sie bei Pflicht und Religion, die reinste Wahrheit auszusagen. Wie nun schon acht Monate früher, als Salmon sich zurückziehen wollte, eine Addresse mir achtzig achtbaren Unterschriften ihn ersucht hatte, sich nicht durch Verleumdungen beirren zu lassen und nach wie vor in seinem wohlthätigen Wirken zu beharren, also fiel auch dieser Akt zu seinen Gunsten aus. Das Resultat der Verhandlung war, daß alle einstimmig nur Gutes und Edeles vom Salmon berichteten, und daß auch nicht Einer etwas Tadelnswerthes an seinem Verhalten anzugeben wußte. Zu Urkunde dessen ward diese Verhandlung zu Protokoll genommen, und von den 5 Vorsitzern, theils Sephardim, theils Aschkenasim unterzeichnet. Diese Unterschriften wurden nochmals bekräftigt von drei andern deutschen Rabbinen zu Jerusalem, welche nicht zu der Gemeinde, die in den Ruinen ihren Gottesdienst halt, gehören; und ihre Unterschrift ist wiederum gegengezeichnet, auch die ganze Copie nochmals beglaubigt. Hieraus ergiebt sich nun, daß in Jerusalem eine Cabale gegen die Beförderer des Aufbaues im Werke war, und daß deren Einfluß weiter hinausreichte, daß es aber der deutschen Gemeinde gar nicht an Energie gebricht, ihre Zwecke zu verfolgen; wiewohl sie es nicht zu verhindern vermochte, daß Salmon, endlich doch ermüdet, seine Stelle niederlegte, und jetzt völlig zurückgezogen lebt, während sich obgenannter Jesajah in alle öffentlichen Angelegenheiten eingedrängt hat. Wenn nun inzwischen einzelne Briefe sich über dorr vorgcfallcne Parrheilichkeiten in Verwendung der Armcngelder verlauten, so liegt darin bei den obwaltenden Umständen nichts Unglaubliches, und man kann nicht umhin, die sehr einfache Forderung eines Schreibenden (Ann. 1840, S. 219) billig zu finden, daß das Amsterdamer Comite seinen Bevollmächtigten in Jerusalem nicht ein unbedingtes Vertrauen schenken, sondern von der Art ihres Wirkens sich vollständige, mit Quittungen belegte Rechenschaft , geben lassen, und diese Rechenschaft auch den einzelnen Unter-Comite's mittheilen möge, damit jede Beschwerde beseitigt werde. Und somit ist es auch zu billigen, daß man in Ermangelung solcher direkten Auskunft, von andern Seiten sich bemüht, der Sache auf den Grund zu kommen, und die Reisenden, welche darüber Details in Händen haben, vernimmt, ohne sich durch einseitige Gegenreden und abmahnende Rundschreiben eines Comite's einschüchtern zu lassen. Ist ja doch der Zweck aller nur wahre Wohlthätigkeit und die Stiftung frommer Werke, denen alle Privatftreicigkeiten fremd bleiben müssen! Wie fern nun die Unterstützung des Aufbaues der Ruinen zu den frommen Werken gehören dürfte, erlauben wir uns noch mit einer kleinen Bemerkung anzudeuten, ganz abgesehen von dem Zeugniß des trefflichen Sir Moses Montefiore, welcher an Ori und Stelle war, und gewiß alles besser zu beurtbcilen weiß, als die, welche bloß aus Eigensinn, zum Theil sich selbst widersprechen. Das Amsterdamer Comite hält es für verdienst-

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