Israelitische Annalen
- Journal
- Israelitische Annalen
- Volume
- 1841
- Issue
- Heft 32 (6.8.1841)
- Date
- 1841-08-06
- Page
- Seite 250 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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250 um die im Nu aufgeführten Werke zu sprengen. Und auch in wissenschaftlicher Weise begann er sich zu bilden; er las die deutschen Klassiker mit Verstand und Gemüth, und verlegte sich fleißig auf Physik und Geschichte; die oberen Klassen des Lyceums besuchte er als Hospes. Nicht vergessen darf ich, daß er auch schon jetzt die Lektüre medizinischer Schriften zu sehr liebte, was er nie wieder aufgab, und womit er seinem kostbaren Leben vielleicht viel schadete. Dabei Hane er immer und in allem Religiosität und Pietät zugleich zum Motiv und Ziele seiner Bestrebungen, und in jeder Erschwerung der Casuiftcn sah er ein leichtes und unerläßliches Mittel zur Erstrebung der höchsten Jsraelitenwürdigkeit, und größter Ascetismus war ihm größte Bürgschaft der Gottseligkeit. Zwei Paar Tefillin täglich um binden, amSabbath kein deutsches Buch lesen, jeden Vorneumondsabend fasten u. dgl. m. Das war für ihn liebenswürdigste Lebensregel, die er gern auch jedem Andern lieb gemacht hätte; und sicherlich, ohne die natürliche Milde seines Herzens, hätte er zum fanatischen Verfolger Andersgesinnter werden können. Doch davor blieb er bewahrt, er war vielmehr liebenswürdig und geistreich im Umgänge, und besaß in hohem Grade die Liebe und Achtung seines Lehrers nicht nur, sondern auch seiner Mitschüler und vieler sehr achtenswerthen israelitischen Familien in Karlsruhe. Vielleicht war noch nie ein Studierender auf fremdem Platze so allgemein beliebt, als Bloch es war. Und dies war er auch in Mannheim, wohin er im Jahr 1825 Herrn Ettling er folgte, und wo er sich mehr und mehr für die Universität vorbereitete. Doch hier beginnt für unfern Freund eine neue, die dritte Periode seines Lebens, welche ihren Einfluß bis an das frühe Ende desselben bewährte; hier in Mannheim machten die Jünglingsjahre ihre Rechte geltend, sein Herz war nicht nur für einseitige Liebe zur Wissenschaft empfänglich, bald theilte sie eine jungfräuliche Tochter Judas. Doch keineswegs zum Nachtheile; nein, sie trug vielmehr sehr dazu bei, daß ihr Freund auf eine höhere Bildungsstufe sich schwang. War seine Liebe Wirkung eines reinen Herzens und gebildeten Geistes, so war sie aber auch wieder Ursache seiner eigenen Selbftveredlung; in Mannheim ward Bloch erst recht empfänglich für die höheren Begriffe von Tugend, Religiosität, Weltbürgerthum und Beruf, welche, als er nach V/2 Jahren nach Heidelberg ging, in den Hörsälen der Ruprechtiana zur vollkommenen Entwickelung gediehen. Mit unermüdlichem Fleiße studirte Bloch in Heidelberg; zuweilen zog es ihn freilich nach Mannheim hinüber, besonders brachte er da die Ferien zu, aber er vergab der Wissenschaft nichts, und selbst seiner rabbinischen Studien pflegte er noch im Hause des Bezirksrabbiners Fürst zu Heidelberg. Nach zwei Jahren, in welchen er Ehrhard, Schlosser, Daub, Paulus, Schwarz, Ab egg und Andere gehört harte, hielt er sich zum Examen reif, und meldete sich dazu in Karlsruhe, wurde jedoch, aus nicht ganz klaren Gründen, lange nicht dazu berufen, so daß er sich, versehen mit einem Morenu-Diplome vom Heidelberger Rabbinate, nach Würlemberg wandte, dort ein in wissenschaftlicher Beziehung strenges Examen gut bestand, und die verschiedenen wichtigen Berufe erhielt, welche in Nr. 24 angedeutet sind. Hier begann nun die 4te Periode seines Lebens. Die zarteste Angelegenheit seines Herzens muß einige Zeit in den Hintergrund treten, er mnß gleichsam sich selbst vergessen, um öffentlich zu wirken; doch eine seelenvolle Correspondenz spann fünf Jahre hindurch den Faden des heiligen Verhältnisses, welches dann die Liebenden auf Erden unzertrennlich verband. (Schluß folgt.) Aktenmäßige Darstellung, betreffend die frommen Spenden für die vier $ heiligen Städte. (Fortsetzung.) Dies Areal ist uns nicht genau angegeben, aber nach dem Augenmaße eines Reisenden nehmen die 12 Buden an der Westseite des Ganzen etwa dreihundert Schritte ein. Hinter diesen steigt der Hügel empor und geht vielleicht bis zu einer gleichen Tiefe; die entgegenstehende Seite war vormals mit Gebäuden bestellt, und südlich von dem Ganzen befand sich eine große Synagoge, die noch völlig in Ruinen liegt und ebenfalls ganz verschüttet war. Man begann nun damit, die letzte Bude an der nordwestlichen Ecke abzureißen, und an ihrer Stelle einen Eingang zu den Ruinen der Gebäude ,