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Israelitische Annalen · 1841-07-30 · Heft 31 (30.7.1841) · p. Seite 244

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Journal
Israelitische Annalen
Volume
1841
Issue
Heft 31 (30.7.1841)
Date
1841-07-30
Page
Seite 244 (sequence 4)
Language
German
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244 kundiger Feind ist, und Richter zugleich dessen, gegen den die Anklage vorgebracht worden? Zudem sind zwei da, welche zwischen uns und unseren Feinden gcurtheilr haben, Se. Excellenz der gegenwärtige Gouverneur, und Signor Mer lato, der österreichische Consul, — und sie haben erklärt, daß sie überzeugt sind, wir seien mit unverzeihlicher Rauheit behandelt worden. Unsere Feinde bemüheten sich, den russischen Consul zu Beirut für sich zu gewinnen. Aber er war nicht geneigt, Ihren Aussagen Glauben bcizumessen, und sandte daher seinen getreuen Dolmetsch nach Damast, um geeignete Forschungen anzuftellen, und das Ergebniß der Bemühungen des Dolmetsch in dieser Angelegenheit war eine für uns höchst ehrenhafte Meinung. Se. Hochwürden, der Patriarch der griechischen Kirche, hat sein Zeugniß dem des > russischen Consuls zu Beirut beigegeben, daß die Anklage durchaus falsch sei und nur aus einem bösen Geiste hervorgegangen sein könne. Es ist eine traurige Wahrheit, daß die Israeliten hier in Damast fast ganz und gar am Bettelstäbe sind. Während der 9 Jahre, daß Scherif Pascha und Kana Bakri die Stadt unter dem Pascha von Aegypten verwalteten, waren sie zahlreichen schweren Steuern und Auflagen unterworfen; da- > durch kamen ihre Vermögensumftände immer mehr! herab, bis sie ganz arm wurden? und als diese * beiden, Scherif Pascha und Kana Bakri, ihr Elend wahrnahmen, erfanden sie die neuliche Anklage (möge so etwas nie wieder geschehen!), sie wählten 14 der angesehensten Mitglieder unserer Gemeinde, um diese auch zu Grunde zu richten. Diese Israeliten haben wahrend ihrer grausamen Einkerkerung enorme Ausgaben gehabt, und sind demnach sehr arm, was sie so sehr niederdrückt, daß sie kaum ihr Haupt aufrecht zu halten wagen. König Salomo sagt: „Nur der Reiche antwortet rauh;" wo sind denn nun die früher» Reichthümer unsrer Brüder? Sie sind von unfern Feinden in der düftern Geschichte des vorigen Jahres verschwendet worden. Ich habe Sir Moses zu versichern, daß wir in Uebereinstimmung mit den in seinen Briefen aus Alexandrien kundgegebenen Wünschen, auf's Aeusserfte uns bemüht haben, alle Christen zu Damask zu einer Aussöhnung mit uns zu bewegen, und gegen die, welche als unsre heftigsten Widersacher bekannt sind, haben wir uns sorgfältig jedes Schrittes enthalten, welcher als eine Beleidigung ausgelegt werden könnte! Die achtbarsten Mitglieder unserer Gemeinde benehmen sich mit der größten Artigkeit gegen jeden Christen, reich oder arm, oft selbst mit merkbarer Demuth. Wir suchen nicht irgend ein Rachegefühl für das Geschehene zu befriedigen. Allein alle unsere Bestrebungen waren bisher unwirksam. Es kann kein anderer Grund dafür gefunden werden, als der Verdruß und Aerger der Leute, welche nur uns zu tödtcn wünschten und beabsichtigten; und seitdem unser Bruder Moses ihren Rath zerstört, uns aus ihrer Hand errettet, und ihre Absichten vereitelt hat, brennt dieser Verdruß fort in ihren Herzen, und sie suchen neue Anklagen gegen uns zu erheben, obgleich wir keines Unrechts uns bewußt sind. Wir fühlen es nur zu gut, daß wir im Exil uns befinden. Andere Nationen dagegen haben ihre großen und mächtigen Könige, (deren Ruhm und Macht erhöhet werde! Deren Reiche immer mehr und mehr gedeihen mögen!) und aus diesem Grunde erweisen wir ihnen jede Achtung und Artigkeit, wie wir es für Pflicht halten. Wir finden indeß, daß es unmöglich ist, diejenigen, welche uns auf so unverantwortliche Weise verfolgt haben, günstig zu stimmen. Wir werden daher getreu und standhaft unsere Augen und unsere Herzen zum Allmächtigen wenden! Mögen unsere Gebete von ihm erhört werden! Mögen wir durch Seine große Gnade guten Rath von ihm erlangen! Möge diese Nation Gnade finden in den Augen Gottes und der Menschen, und selbst unsere Feinde mir uns Frieden halten. Dann wird unser Gemüth desto mehr Ruhe gewinnen, ihn von ganzem Herzen zu verehren. Wäre es uns vergönnt gewesen, das heilbringende Antlitz des Sir Moses zu sehen — hätte Er seine Brüder zu Damask mit seiner Seele-erhebenden Gegenwart erfreut, wie wir nach den Mitthcilungen angesehener englischer Offiziere, die hieher kamen, zu erwarten berechtigt waren, so würde unser Schmerz sich gelegt, unser Leiden eine vollständig genügende Arznei gefunden haben, — denn unsre Feinde hätten alsdann mit eignen Augen gesehen, daß noch ausgezeichnete Männer unter den Nachkommen Jakobs sind, und daß noch manche würdig sind der achtbaren Stellungen bei glorreichen und tugendhaften Herrschern (auf die Gotres Glanz herab-

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