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Israelitische Annalen · 1841-07-23 · Heft 30 (23.7.1841) · p. Seite 238

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Journal
Israelitische Annalen
Volume
1841
Issue
Heft 30 (23.7.1841)
Date
1841-07-23
Page
Seite 238 (sequence 6)
Language
German
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238 5) Lage von Madian (Midian). 6) Lage von Elath und Eziongeber. 7) Lage von Kadesch und dem Berge Hör. 8) Durchzug durch das Rothe Meer. 8) Auszug aus Aegypten. 10) Topographische Aufnahme vom Berge Horeb, dem Sinai und St. Catyarina. Als Probe des Commentars liefert der Prospectus folgende interessante Stelle. Exod. XVII. 1. Die ganze Gemeinde der Israeliten zogen aus der Wüste Sin nach ihren Zügen auf Befehl Gottes, und lagerten in Reph idi m. Hier bestätigt stch die Angabe von Num. XXXIH. 12, daß mehrere Züge und Stationen zurückgelegt werden mußten, ehe man nach Rephidim kam. Die erste Station ist dort Daphka. Es wäre nämlich den Hebräern nicht möglich gewesen mit ihrer zahlreichen Caravane und dem vielen Vieh in einem Tage aus der Wüste Sin bis nach Rephidim vorzurückcn, welche Strecke kaum ein Dromedar-Reiter in einem Tage zurücklegt. Theilt man aber die Entfernung in 3, bis zum Sinai in 4, und vom Suez bis dahin in 10 ziemlich gleiche Strecken, die mehr oder minder schwierig sind, so erklärt sich die Erzählung genügend, und man erblickt deutlich die Einsicht und Geschicklichkeit des Führers. — Dieselbe Eintheilung ist noch immer bei den belastenden Karavanen herrschend. Peter von Suchen schrieb noch im Jahre 1336: „Von Alkir und Babylonia kommt man zu dem Berg Sinai in 12 Tagereisen." — Daphka war vielleicht ein bewohnter Ort, es war gewiß ein in der Umgegend bekannter Ort, da er einen Namen hat; wirklich muß cs eine der bessern Stationen gewesen sein, und zwar auf dem fruchtbaren und angenehm frischen Boden des Wadi-Fayran. Ich lege hier eilte genaue Karte dieses Thals, das ich sehr sorgfältig aufgenommen habe, bei. Man sieht darauf die Lagen von Sin, Daphka und Alus. Dies Thal war sehr anmuthig, die Heerdcn fanden da reichliche Weide, daher ging man nicht allzuschnell weiter. Man verweilte in Alus, einer folgenden Station, wie noch bei den Karavanen üblich; dort findet man eine Quelle und Palmen. Von da kamen sie nach Rephidim, wo es an Wasser mangelte. Ich setze diesen Ort in das Wadi Bucb, weil dort kein Wasser ist, und weil cs auf dem Wege zum Sinai liegt. — Tue Israeliten verweilten hier auf der kleinen Ebene, südlich von dem Felsen, den die Araber Hullad-Sidua-^iusu (Moses-Sitz) nennen. Dieser Ort ist nicht weit vom Sinai, dessen Spitze man durch die Oeffnung des Thales erblickt. Er liegt auf dem Wege, den die Amalekiten natürlich nahmen, wenn sie von Wadi Saphran herabkamen. Wenn man einen Umweg macht, um zum Sinai zu gelangen, so geschieht es, um nicht durch die engen und schwierigen Wege in Wadi Saleph zu dringen, in die man aus dem Wadi Scheik kommt. Hieher gehört eine Stelle aus meinen Reisen. „Man durchzieht weiter (im Wadi Scheik, dem obem Theile des Wadi Feyran) einen engen Weg zwischen zwei Ungeheuern Felsen; dieser Paß heißt El-Bueb. Hier öffnen die Felsen, übergehend von Kalkstein oder Kreide zum Granit, indem sie sich senken, das Thal etwas weiter, und lassen einen Hohen Ur-Berg sehen, welcher nur einen engen Paß zwischen zwei sehr hohen Granit-Wänden darbietet. An der Biegung der zwei Wendungen, welche dieses gigantische Gäßchen macht, an dem Punkte, wo die Einschließung es gegen die Sonnenstrahlen schützt und einen kühlen Schatten in die harmonische Färbung (teinte harinouieuse V) wirft, in der Tiefe, wo die Stimme des Menschen, das Geschrei des Kameeles oder ihr -bloßer Fußtritt von starktönenden Echoen wieder gegeben wird, erhebt sich ein alleinstehender Felsen 7 Fuß hoch. „Unsre Araber stiegen bei diesem Granitblock ab, traten an denselben, strichen mit der rechten Hand an dessen abgeriebene Fläche, und berührten damit wieder ihr Gesicht, indem sie riefen: „El Fathe (Gebet aus dem Koran)! Unsere Kamecle standen aus Gewohnheit still, wir thaten wie die Araber, und unser Ernst bei dieser religiösen Handlung schien ihnen zu gefallen. „Der Anblick unserer Karavane, innehaltend in diesem prächtigen Engpaß, muß malerisch gewesen sein; der Eindruck dieses Sittenbildes in der Wüste war stark. Die Tradition sagt, Moses habe auf diesem Stein gesessen; Moses, ' der Hirt, Moses sinnend über die Befreiung eines ganzen J Volkes, die Eroberung eines ganzen Landes, und in seinen! Gedanken zerstreut durch eins der Schaafe Jethro's, das , sich in die Gräben verliert, einer Heerde übrigens weit j lenksamer als die, deren Führung der göttliche Wille ihm aufzutragen im Begriff war. Eine andere Tradition bezeichnet diesen Felsen als einen Ort, wo Mahomed ausruhete, der Prophet als Kameelführer, Mahomed, als er mit den Kamcelen Kadja's hinzoa, um in Syrien Gewürze zu verj1 kaufen. Ein seltsames Land, welches uns in einem gemeiz neu Gewände jene Männer zeigt, die von Glorie strahlen, und in der Einfalt weltlicher Beschäftigungen jene Beherrscher des Gedankens!" i „Alle Pilger, welche den Weg vom Sinai nach Gaza I nehmen, reden von diesem Engpässe." Der Vers, führt hier! noch eine Stelle aus Felix Fabri (1483) an (Reißbuch, ic. | Frankfurt 1600.) i Aus dieser Probe ist die Anlage des Ganzen ersichtlich. Wenn dieses aber mit ähnlichen Auszügen überall durchmischt ist, so darf man sagen, daß es viel Ueberflüssiges enthält, wie denn überhaupt die romantisch affectirten Schilderungen in einem Werke dieser Art gern entbehrt würden. Inzwischen wird man diesen Uebcrfluß dem Verf. zu Gute halten, und ihm für die Aufschlüsse, die er über die Oertlichkeiten gicbt, immerhin dankbar bleiben. Der Styl konnte jedenfalls einfacher sein, und wäre alsdann gewiß willkommener. Sollte eine deutsche Bearbeitung erscheinen, so möchten wir wünschen, daß solche bloß die Materie klar lieferte und die Tiraden wegließe! —

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