Israelitische Annalen
- Journal
- Israelitische Annalen
- Volume
- 1841
- Issue
- Heft 29 (16.7.1841)
- Date
- 1841-07-16
- Page
- Seite 227 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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227 18 Stiftungen wohlversorgten, und durch ihr? begüterten Genossen besser unterstützten Gemeinden, es daher ungerecht sei, wenn der Spanier ihm den Weg versperre, seiner Gemeinde wesentlich zu nützen. Es erweist sich auch aus früher» Dokumenten, daß die Spenden der deutschen Gemeinden immer nur der deutschen in Jerusalem zugewendet worden, so lange eine solche bestanden hatte. Die Bemerkungen des Deutschen fanden ihre Bekräftigung in den be-. reirs in den Jahren 1820—21 von Conftantinopel und Willna her gemachten Vorstellungen über die Unbilligkeit, welche die deutschen Gemeinden zu Jerusalem und Saphet zu erdulden hätten, indem alle Spenden nur den Sephardim ausgeliefcrt wurden. Dieser wesentlich wichtige Streit ward endlich (Ans. 1822) durch Herrn Hirsch Lehren, Abraham Prinz und Salomon Rubens in Amsterdam, welche bereits seit 1810 mit allgemeinen (1813 und 1814 wiederum bestätigten) Vollmachten von Jerusalem aus versehen waren, und nach welchen es ihnen anheimgeftellt war, über wesentliche Fragen ohne Weiteres zu entscheiden, schiedsrichterlich ausgeglichen , worauf eine Urkunde darüber von beiden Abgeordneten und den drei Obmännern unterzeichnet, und begleitet mit den gutachtlichen Beiftimmungen und Verficirung der Unterschriften abseiten der RR. von Amsterdam, dem Haag und Rotterdam, gedruckt wurde. *) Ucber die bereits damals eingegangenen und durch die beiden Abgeordneten noch einlaufenden deutschen Spenden ward entschieden; fortan aber sollte immer nur Ein gemeinschaftlicher Abgeordneter aus Jerusalem gesendet, und der Ertrag aus den deutschen Gemeinden, nach Abzug der Reisekosten und eines Fünftheils für die Abgeordneten, unter die Sephardim und Aschkenasim gleich getheilt werden, wobei den Sephardim die Pflicht auferlegt ward, ein Zehntel ihrer Einnahme in die gemeinsame Kasse für Studien-Anstaltcn und andere den Gelehrten zukommende Beneficien ohne Unterschied des Ritus fließen zu lassen. Es ist auch eine Geschäftsordnung zur Vcrificirung der Vollmachten darin vorgesehen. — In Betreff der obenerwähnten numerischen Vertheilung aller nicht ausdrücklich zu besonder» Bestimmungen bewilligten Gelder, auf die vier Städte, *) Wir haben die ganze Verhandlung vor uns/ und die einzelnen Data sind aus ihr zu ersehen; außer der gedruckten Uebereinkunft ist poch ein Auszug aus dem Amsterdamer Protokoll in Abschrift dabei. bezog man sich auf eine ältere Urkunde vom Jahre 1786, worin schon eine ähnliche Eintheilung feftgestellt worden war. Auch erließen der deutsche Rabbiner Salomo in London, und mit Bezugnahme darauf der deutsche R. S a m u e l in Amsterdam, Rundschreiben, *) um alle Mitglieder ihrer Gemeinden darauf aufmerksam zu machen, wie verdienstlich es sei, die! deutschen Brüder in Jerusalem in ihrem Vorhaben, . eine Schule und Synagoge und sonstige Anstalten auf dem früher bereits erworbenen Platze zu erbauen, durch fromme Spenden brüderlich zu unterstützen, und ihre Bemühungen blieben nicht ohne gesegneten Erfolg. Wenn wir nicht irren, verwendete sich auch Herr Hirsch Lehren damals mit besonderem Eifer für die Sache, und erwarb sich allgemeine Anerkennung. Allein ungeachtet aller Bemühungen, gelang es doch nicht, so viel zu erschwingen, um nächst der höchst dringlichen Unterstützung der Nothleidenden, die Gebäude auszulösen und ans Werk selbst zu kommen. Fast 14 Jahre verstrichen unter mancherlei andern Hindernissen, ehe die Gemeinde zum Ziel gelangte, dann aber ward ihnen ihr Wunsch auf leichtere Weise erfüllt, als sie bis dahin je zu hoffen gewagt hatten. (Forts, folgt.) Geschichte und Literatur der spanischen Juden. (Schluß.) z In Spanien, wie überall, wurden die hebräij schen Bibliotheken öfters auf Verordnung der'Geistlichkeit zum Feuer verurtheilt; dessenungeachtet mehrten sich die Bücher, weil dem Volke das Bewußtsein innewohnte, daß eine Literatur zur Erhebung beiträgt, und weil sie stets den Ruhm ihrer Vorfahren behaupten wollten. Daß Verachtung und Unterdrückung ein Volk antreibt, desto größeres Uebergewicht in Kenntnissen (was auch eine Macht ist) zu erlangen, wird durch den traurigen Zustand der Kopten in Egypten (und man hätte viele andere nennen können, wo der Beweis noch auffallender ist) widerlegt. Auch war % Fleiß keinesweges das unmittelbare Ergebniß der unter muhamedanischer Regierung eingetretenen Ruhe, denn könnte unge- *) Rundschreiben des deutschen Rabbinen Samuel zu Amsterdam 1822. (1. Adar 582). 29*