Mannheim
Compact Memory

Israelitische Annalen · 1841-06-25 · Heft 26 (25.6.1841) · p. Seite 204

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitische Annalen
Volume
1841
Issue
Heft 26 (25.6.1841)
Date
1841-06-25
Page
Seite 204 (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/3133765-3133874-3133901--1203-3135426
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

204 als der Grund des von Haman gegen Mordechai gefaßten Hasses schon hier erzählt. 2) Zwischen dem 13ten und 14ten Verse des dritten Kapitels wird das Edikt, welches Haman im Namen des Königs zur Vertilgung aller Juden im persischen Reiche ergehen ließ, wörtlich eingeschaltet. 3) Am Schlüsse des vierten Kapit. ist in der alepandrinischen Uebersetzung ein Gebet des-Mordechai und eben so ein Gebet der Esther um Abwendung des ihrem Volke drohenden Verderbens eingefügt. 4) Die ersten zwei Verse des fünften Kapit. sind in der Art erweitert, daß die Vorgänge bei der Erscheinung Esthers vor dem Könige weiter ausgemacht werden. 5) Zwischen dem 13ten und 14ten Verse des achten Kapit. wird das auf Mvrdcchais und Esthers Veranstaltung erlassene königl. Edikt zur Widerrufung des grausamen Befehles Hamans in ausführlicher Weitläufigkeit mitgetheilt. 6) Am Schlüsse des Buches erinnert sich Mordechai seines gehabten Traumes und erklärt, wie derselbe in allen seinen Theilen in Erfüllung gegangen sei. Auch wird noch die Nachricht angehängt, daß ein gewisser Dositheus und sein Sohn Ptolemäus im vierten Jahre des Königs Ptolemäus den Brief Mvrdcchais und Esthers, welcher die Einführung des Purimfcstes anordnet, nach Egypten gebracht habe. Aus dieser Inhaltsangabe geht nun klar hervor, daß die Stücke, welche die griechische Uebersetzung mehr hat, als der hebräische Text, als bloße Erweiterungen und Ausschmückungen von diesem, nur im Zusammenhänge mit dem Tepte selbst gelesen einen Sinn geben, ohne denselben aber als lose und abgerissene Stücke keine Bedeutung haben, und dieser Umstand hat mich dazu bestimmt, sie aus der Sammlung der Apokryphen, in die ich nur selbstständige Stücke aufnehmen wollte, hinwegzulassen. Die enge Verbindung, in welcher die apokryphischen Stücke des Buches Esther mit dem Inhalte des kanonischen Buches stehen, hat sogar, in Verbindung mit einigen anderen äußerlichen Gründen den gelehrten Kritiker de Rossi zu der Hypothese veranlaßt, daß das Buch Esther ursprünglich in chaldäischer Sprache in dem Umfange geschrieben worden sei, welchen es noch gegenwärtig in der alepandr. Uebersetzung hat, die nach dem vollständigeren chaldäischen Originale gemacht worden sei. Das hebräische Buch hingegen soll bloß ein Auszug aus jenem sein, dessen Verfasser die unnöthig geschienenen Aktenstücke und noch einige andere weitläufige Parthieen weggelassen hat. Das Ganze hierüber ist zu finden in der von Schnurrer herausgegebenen Schrift: Speoüuea vsriurum leetiouum sacri textus et clialdaica Estheris additamenta cum latina versione ac notis. Ex singulari Codice privatae bibliothecae Pii VI. P. 0. 16. edidit variisquedissertationibiis illustravit de Rosst. Editio altera, Romana auctior atque emendatior. Tubing. 1783. Zur Widerlegung dieser Hypothese*) berufe ich mich blos *) Die übrigens auch Eichhorn in seiner Einleitung zu den Apokryphen längst widerlegt hat. I. auf das,, was ich in der Einleitung zu den apokryphischen Stücken im Buche Daniel gegen Dereser gesagt habe. Was nun das dritte Buch Esra und die Bücher der Makkabäer betrifft, auf welche der Fragesteller sich beruft, so bilden die 3 Bücher der Makkabäer, wie Jedermann sieht, jedes für sich ein in sich selbst abgeschlossenes Ganze, aus dem dritten Buch Esra aber habe ich aus dem nämlichen Grunde, weswegen ich die apokryphischen Stücke in Esther weggelassen, bloß ein einzelnes Stück, die Erzählung des dritten und vierten Kapitels, welche gleichfalls in sich abgeschlossen und selbstständig ist, ausgenommen, die kleineren Zusätze und Abänderungen hingegen, welche dem griechischen Esra im Vergleiche mit dem hebräischen Teile eigenthümlich sind, habe ich weggelassen. Das hohe Alter jener Zusätze zu unserem Buche Esther läßt sich übrigens nicht bestreiten; dasselbe ist schon dadurch ausser allem Zweifel gesetzt, daß Iosephus einen Theil davon in seinen geschichtlichen Bericht ausgenommen hat. (S. dessen Alterth. Buch XI. Kap. 6.) *) G. Nachrichten und Correspondenzen. Hamburg, 10. Juni. — Heute Morgen wurde der Grundstein des neuen israelitischen Krankenhauses gelegt, welches seine Stiftung HerrnSalomon Heine, dem Gründer und Förderer so mancher wohlthätigen Anstalten, verdankt, der durch die Einrichtung eines für seine ärmeren Glaubensgenossen bestimmten Institutes das Andenken seiner verstorbenen Gattin, Frau Betty Heine, geb. Goldschmidt, zu ehren beabsichtigte. Zu der wahrhaft feierlichen Handlung der Grundsteinlegung des Gebäudes, die heute Morgen um 10 Uhr stattfand, hatten sich außer dem von seiner Familie und seinen Verwandten begleiteten Stifter, mehrere Mitglieder unseres Senats, Sc. Erc. der Herr Ober-Präsident von Altona, Graf Blücher, so wie eine Anzahl der Honoratioren beider Städte und eine große Anzahl anderer Zuhörer eingefunden. Die Feier wurde durch einen Choral eröffnet, nach dessen Beendigung der präsidirende Vorsteher der hiesigen israel. Gemeinde eine Anrede an Herrn Heine hielt und ihm eine auf d»ie Feier geschlagene goldene Medaille überreichte, welche in Bronze auch den übrigen Eingeladenen überreicht wurde. Dann folgte die Verlesung der Stiftsurkunde und des Protokolls und darauf die feierliche Grundsteinlegung, an die sich die von dem geistlichen Beamten der Gemeinde, Hrn. Bernays, gehaltene Festrede anschloß. Der Vortrag einer von Hrn. Code lli in Musik gesetzten Cantate und eines Chorals endete die Feier. (Börsenh) Hildesheim. — Auch dieses Jahr fand die Confirmation der Kinder am Pfingstfeste auf eine feierliche Art *) Es wäre indeß doch wünschenswerth gewesen, daß die Apokryphen als Sammlung alles geliefert hätten, was sich vorfindet; wobei kritische Bemerkungen den Werth des Einzelnen in's Licht stellen konnten.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.