Israelitische Annalen
- Journal
- Israelitische Annalen
- Volume
- 1841
- Issue
- Heft 24 (11.6.1841)
- Date
- 1841-06-11
- Page
- Seite 191 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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191 Stelle verwesende Oberndorfer 6V, der Rabbinatskandidat, ebenfalls schon lange dahier domizilirt, Herr A. B. Grünbaum, aus Gunzenhausen gebürtig, 80 Stimmen. Die Stadtgemeinde, 41 Wahlberechtigte zählend, gab 36 Stimmen für Grünbaum und 3 für Oberndorfer; 2 enthielten sich der Wahl. Ich kann Ihnen nicht genug sagen, welche Freude, ja welchen erhebenden Enthusiasmus das Wahlcrgebniß nicht nur in der jüdischen Gemeinde, sondern auch unter der christlichen Bevölkerung hervorgernfen hat. Es j war ein wahrer Festabend. In derThat! es ist diese Wahl j ein wahrer Sieg der Intelligenz. Gegen einen Mann, der! schon gewissermaßen im Besitz war, der keinerlei Mittel gej spart, wohin unter die gewöhnlichen die Abnahme von Handgelübden für seine Wahl gehört, hatte Herr Grünbaum nichts weiter in die Waage zu legen, als seine größer« Talente, seine regelmäßigen Studien, seinen ausgezeichneten Charakter und seine liebenswürdige Persönlichkeit. Auch in! den Landgemeinden war der intelligentere Theil für Grün-! bäum und es giebt mir dieß den Beweis, daß wir weiter j geschritten sind, als man uns von manchen Seilen her ha-; den will; darum ist dieses Wahlergcbniß für uns Bayern! höchst erfreulich. K.! Sachsen, 3. Juni. — Die Angelegenheit des franzö- > sischen Israeliten Wormser, der im vorigen Jahre nach! diesseitigen Gesetzen, welche fremden Israeliten einen län- > gern Aufenthalt versagen, behandelt ward, und hierin sein j Recht als französischer Staatsbürger verletzt fand, hat bej kanntlich eine Petition an die dortige Kammer veranlaßt, daß die französische Nation als solche sich der Sache annehmen möge. Diese ist an das Ministerium der auswärtigen Angelegenheiten verwiesen worden, welches in der Thal sich bewogen findet, dem Gegenstand eine ernste Unterhandlung zu widmen. Man ist hier sehr gespannt auf das Resultat, j' welches wahrscheinlich zu Gunsten der französischen Israeli- > ten ausfällt. Wenn das aber der Fall ist, dürfte vielleicht! das ganze Ausschließungssystem eine Abänderung erleiden, was gewiß jeder Menschenfreund gern sieht. Literatur. j Gebeden en Gezangen ten dienste vau I Nederiandsch-Israelitische scholen door A. I). I Lutomirski, Isr. Hoofdonderwyzer te Rotterdam. 1 80 S. qr.8. die musikalischen Beilagen mitgerechnet, ohne Jahrzahl. (Vorrede von 1837, Approbation 1838.) Eine Sammlung hebräischer und holländischer Gebete und Gesänge, letztere zugleich mit beigegebenen Mclodivy, vorzüglich zum Schulgebrauche.. Der Verf. har selbe vorx züglich als Einleitungs- und Schlußgebete und Gesänge bei'm Religionsunterricht, theils als Mittel, den Gesangunterricht an das Rituelle mit anzuknüpfen, zu welchem Zwecke er einige Stücke aus dem Ritualbuche mit ausgenommen hat, bestimmt, lieber sein Verfahren in Behandlung der hebräiben nicht die Rede sein kann, und als die Schriften dieser beiden Gelehrten im Geiste ganz verschiedene Richtungen verfolgen. Was wir als übereinstimmend ansehen, erscheint uns eben nur lobenswerth in den Werken des Ziolkower Rabbiners, und es wäre uns noch erfreulicher, zu vernehmen, daß er mit den deutschen Gelehrten auch im Geiste näher verwandt ist, als sein oft fanatischer Ausdruck es vermuthen läßt. Es war nicht die Uebereinstimmung, die wir tadelten, sondern der harte Widerstreit gegen Ansichten, die dem Verfasser selbst nicht verwerflich erjcheinen können. Im Uebrigen haben wir nur den Fall gesetzt, daß man fremdes Eigenthum wieder erkennen möchte. Geschieht es überall nicht, so ist es desto besser, und wir haben nicht die Pflicht, in die Erörterung einzugehen, die keinen Leser interessiren kann. Wir wollen uns gern geirrt haben und alles für original gelten lassen. D. H. schen Sprache zum metrischen Bau giebt er in der Vorrede Rechenschaft, und die ganze, nicht sehr zahlreiche Sammlung beweist, daß der Vs. diese Sprache mit Gewandtheit zu gebrauchen versteht. Vom Standpunkte der deutschen Schulen aus würden wir allerdings die Frage aufwerfen, wozu die Jugend, wenn man auch die Einübung ritueller Gesänge als nützlich ansehen darf, auch Volkslieder und allgemeine Gebete, wie solche hier zum Schulgebrauche mit ausgenommen sind, in hebräischer Sprache singen lernen soll? Man möchte eher für angemessen finden, solche Begriffe und besonders poetische Ergüsse, welche der Jugend nur zur allgemeinen Bildung des Herzens alltäglich repetirt und durch die Musik gleichsam ganz und gar der Seele nahe gelegt werben, stets nur in der Landessprache auszudrücken, und die hebräische lediglich für das Rituelle und für theologische Studien zu cultiviren. Allein in Holland scheint man noch diese Ansicht nicht zu tbeilen; vielmehr suchen die Koryphäen der hebräischen Sprache noch immer nach Mitteln, dieser durch den ästhetischen Genuß Freunde zu verschlissen, weil die ernstern Studien nicht mehr recht anziehcn. So ganz Unrecht mögen sie nicbt haben. Bei so eecvandten Umständen erscheint jeder Versuch, der hebräischen Sprache noch eine gefällige Seite adzugewinnen, lobenswerth. Recht schön urid in reiner Dietion, wie selten bei Radbinen gefunden wird, drückt sich Herr Naphlaii Herzfeld, Rabbiner zu Zwolle, in der Approbation, zu welcher er übrigens durch vielfältige Anfragen der Gemeinde- Vorsteher betreffend die Zweckmäßigkeit dieses Buches, veranlaßt worben war, über die Leistungen unsers Verfassers aus, welcher seiner Ansicht nach einem zeitgemäßen Bedürfnisse entgegenkomme, und mit dem Werkchen sowohl in Betreff der Gediegenheit der Sprache als des Inhaltes sämmtlichen Niederländischen Schulen eine willkommene Gabe darreiche. Dies scheint uns so sehr für die Nützlichkeit der Sache zu sprechen, daß wir uns gern bescheiden und die Einwendungen, welche wir auch gegen die gar zu moderne metriscve Form einiger Stücke machen möchten, lieber auf sich beruhen lassen. — Da die holländische Uebersetzung und zum Theil das holländische Original gegenüber steht, so wird man auf jeden Fall, wenn die Kinder nicht Hebräisch genug verstehen, auch sich des vaterländischen Idioms bedienen können. — Was die Dietion in dieser anbelangt, so stimmt sie mit dem Hebräischen recht gut überein, und meistens ist der Wortsinn getreulich wieder gegeben. Zur Ucbersetzung des Uten Artikels von Jigdal, welcher schon so viele Uebersetzer in Verlegenheit gebracht hat, und welchen der Vf. also überträgt (S. 51.) Deze god is onveranderlijk on zal ook zijne wet io alle eeuwigheid door niemand doeu veränderen (dieser Gott ist unveränderlich und wird auch sein Gesetz in Ewigkeit durch niemand verändern;) finden wir eine diese Fassung rechtfertigende.Be.merkung, worin gesagt wird, daß das suköx. mase. augenscheinlich nicht auf rn sich beziehen könne, und das Vorgesetzte h; auch nicht eine Rection des vorhergehenden Verbums darbiete. Er setzt hinzu: Ik lieud derhalve dit voord 0P of op nü'D terug voerende en de in de beteekenis van door, daarom nu hier deze vreemd sehijnend vertaling. Freilich erscheint auch diese Uebertragung fremd, und dem Sprackgeifte eben so wenig angemessen, wie die bisherigen Annahmen; aber letztere stützen sich, wie uns scheint mit Recht, auf die Gewohnheit' der arabisirenden und reimenden Dichter, welche sehr oft der metrischen Form sowohl die classische Grammatik als die Angemessenheit des Ausdrucks aufopfern. — Die Ausstattung des Buches ist recht gefällig, die Correctur meist reckt gut. Zu erwartendes Werk. Einer vorläufigen Anzeige zufolge, welche Herr L. Dukes in Hamburg im April dieses Jahres hat erscheinen lassen, wird dieser fleißige und geistreiche Literat