Israelitische Annalen
- Journal
- Israelitische Annalen
- Volume
- 1841
- Issue
- Heft 24 (11.6.1841)
- Date
- 1841-06-11
- Page
- Seite 192 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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192 eine Geschichte der religiösen Poesie vom Schluffe des Thalmuds bis auf die neuere Zeit herab, mit hebräischen Beilagen und deutschen Uebersetzungen kerausgcben, und werden namentlich diese Beilägen nur bisher unbekannte Stücke darbieten, welche von 210 (in der Anzeige namentlich aufgeführten) Verfassern herrühren, deren Namen zum Theil hier zum ersten Male in die Literatur eingeführt werden. Die allgemeine Einleitung zu dieser mit biographischen Notizen begleiteten Blumenlese soll enthalten: 1) Geschichtliche Uedersicht der religiösen Poesie bei den Hebräern bis zur Entstehung des Thalmuds; 2) Darstellung der im Thalmud enthaltenen Gebete; 3) Entstehung der eigentlichen Piulim (Festgebete); 4) äußere und innere Ursachen zu deren Entstehung und Entwickelung; 5) deren Einfluß auf Literatur und Denkweise: Parallelen zwischen den deutschen und spanischen Sängern, (letzterer Punkt sollte ein Capilcl für sich bilden); 6) Arten der religiösen Poesie; 7) Beschreibung seltener Sammlungen nebst kritisch-bibliographischen Nachweisungen. Das Ganze soll 40 Bogen stark werden und höchstens zwei THaler kosten. Der Verfasser wird es auf Subscription und heflweisc erscheinen lassen. — Wir halten es für Pflicht, unsre Leser auf dieses umfassendere Werk aufmerksam zu machen, welches etwas Gediegenes verspricht. Die bisherigen Schriften des Herrn Dukes berechtigen zu der Erwartung, daß er die ganze Größe seines Vorhabens zu würdigen weiß, und seinen überaus umfangreichen Schatz von Kenntnissen in diesem Fache zur Aufstellung eines recht vielseitigen und gründlichen Geschichtswcrkes anwenden werde, wie solches die Literatur bis jetzt noch nicht auszuweisen hat. An Theilnahme und Aufmunterung wird es hoffentlich nicht fehlen.' Biographische Notiz. Der Rabbiner Moses Bloch in Buchau starb am 14. März d. I. nach langem Brustleiden, in Folge eines hinzugetretencn nervösen Fiebers. Da ich bisher Mittheilungen aus seinem Leben und von seinem Wirken vergebens erwartete, so halte ich es für eine religiöse Pflicht, ihm diesen letzten Liebesdienst zu erweisen. — Er wurde im Jahre 180a zu Gailingcn, im Bad. Bez. A. Radolph- Zell, geboren. Seine talmudischen Studien machte er zu Carlsruhe und Mannheim. In Heidelberg legte er seine zweijährige akademische Laufbahn zurück. Nachdem er 1829 seine Dienstprüfung in Stuttgart abgelegt, wurde er Rabdinatsverweser zu Oberdorf, O. A. Nereskeim, da nach dem würt. Gesetze so lange ausländische Rabbiner ausgenommen werden durften, als an inländischen Eandidaten Mangel war. Bei der Besetzung der 13 Rabbinate wurde er im Dezember 1834 nach Buchau, O. A. Riedlingen, versetzt. Er wirkte mit Sanftmuth und Freimuth, und erstrebte durch sein würdiges, kluges Benehmen die Achtung und das Zutrauen seiner Gemeinde, die seinen Verlust schmerzlich betrauert, und seine hinterlassene Wittwe und ihre zwei Knaben mit Güte und Milde bedenkt. Er wohnte der Bcrathung bei der Festsetzung der Synagogen-Ordnung und der Herausgabe der Religionslehrbücher bei. Darum suchte er in den Annalen die neuaufgeftellte Messiaslehre zu rechtfertigen. 1837 war er in Wiesbaden bei der von einigen Rabbinern beabsichtigten Synode. Im folgenden Jahre wurde er als Assistent bei der Vornahme der zweiten Dienstprüfung der Rabbinats-Verweser und Vicare zugezogen. Seine theologischen Kenntnisse waren bedeutend. Sein Talent als Redner wurde bereits in dieser Zeitschrift, bei der Besprechung seiner von ihm bei der Einweihung der neuen Synagoge in Buchau gehaltenen Reden, hervorgehoben. Auch machte er poetische Versuche, nach talmudischen Quellen prosaisch bearbeitet, die er in Localblättern mittheilte. Kaum hatte er seinem frühverstorbenen Freunde Landauer in den Annalen (Nr. 0) ein Denkmal der Wehmuth und der Liebe gesetzt, als er selbst seiner ihn liebenden Familie und Gemeinde entrissen wurde. Süß sei der Schlaf des jungen Arbeiters, der in kurzer Zeit lange lebte, und diese Worte amtsbrüderlicher Freundschaft mögen ihm in den Hallen des Jenseits wohlgefällig sein, und sein Andenken auf Erden in Segen und Ehre erhalten! Hechingen. vr. Samuel Mayer. Nöthige Berichtigung. S. 173 vorletzte Zeile ist zu lesen p^yrp und in der letzten pyn ntu r6n:&’ nov Anzeige. |rcs Zion. Hebräische Zeitschrift für Theologie und deren Hülsswiffenschasten. Herausgcgeben von vr. M. Creizenach und vr. I. M. Jost. JV? O enthält: 1) Ein Schreiben an die Redaction im mittelalterlichen Rermstyle mit eingestreueten Versen. 2) Merkwürdige Nachrichten über die neu aufgefundenen Bibelhandschriften in der Krimm. (Ein uns zugesandtes Stück wird getreu Zithographirt bei Nro. 10 als Beilage mit ausgegeben.) Ein Brief des Herrn Reggio darüber, ist mit eingerückt und theikweise von dorther beantwortet. 3) Schreiben des Herrn S. D. L. über den Vers 1 Kön. 8. 05. verglichen mit dem 2 B. Chronik 34.14. — 4) Beantwortung der 6ten Frage aus Nro. 1.— 5) Merkwürdiges Resultat einer Forschung über das Buch iOjn- 6) Erklärung einiger physikalisch-mathematischer Stellen im Raschi, von Ra siel. 7) Eine Erklärung über Aben Esra zu Lev. 16. 18. von Johlson. 8) Ein mythisches Gedicht des Herrn Löwenstein. 9) Ankündigung oben erwähnter Lithographie. Die Redaktion der hebräischen Monatschrift Zion in Frankfurt am Main. Von der hebräischen Monatschrift Zion erscheint jeden Mondmonat des jüdischen Kalenders eine Nummer, bestehend aus einem Bogen in gr. 8. — Sollte eine verbreitetere Theilnahme es irgend möglich machen, so werden wir uns beeilen, die Lieferungen zu vermehren. Preis des Jahrgangs fl. 2. 12 kr. rhein. Man subscribirt in allen Buchhandlungen und bei allen löbl. Postämtern, in Frankfurt a. M. bei dem Unterzeichneten, so wie auch in der I. D. Sauerländer'schen Buchhandlung. X S. Adler, Inhaber einer Derlagshandlung jüdischer Schriften. Die Redaktion der Zeitschrift Zion bittet hiemit alle Freunde dieser Zeitschrift ihre Bestellung auf den neuen Jahrgang, welcher, wenn es irgend thunlich erscheint,.noch mehr liefern soll als der erste, frühzeitig bei uns zu melden, damit wir die Auflage danach bestimmen können. Druck und Verlag von Johann David Sauerla'nder in Frankfurt am Main.